Konzerte
Termin: Freitag, 25. September 2009
Veranstaltungsort: Gewölbekeller unterm Jazzinstitut Darmstadt
Konzertbeginn: 20.30 Uhr
Eintritt: 15 Euro / 12 Euro (ermäßigt), 3 Euro (unter 21 Jahren)
Veranstalter: Jazzinstitut Darmstadt & Projekt "Verstummte Stimmen"
KONZERT I:
JazzTalk 072
Emil Mangelsdorff Quartett
Emil Mangelsdorff (Altsaxophon), Thilo Wagner (Piano), Vitold Rek (Kontrabass), Janusz Stefanski (Schlagzeug)
Emil Mangelsdorff ist der große Bruder des Posaunisten und wie dieser ein gestandener und weit über die stilistischen Grenzen hinaus überaus anerkannter Musiker. Seine musikalische Heimat fand er anfangs in der Musik von Lester Young oder Coleman Hawkins, später dann bei Charlie Parker und vor allem bei Lee Konitz, im swingenden Jazz und im Blues, die er, anders als Albert, schon in der Swing-Jugend unter der faschistischen und antikünstlerischen Knute des Nationalsozialismus kennengelernt hatte. Daneben war er auch an Erneuerungskollektiven im modernen Jazz wie dem hr-Jazzensemble beteiligt. Sein eigentliches musikalisches Zuhause aber hat er mit seiner "Altersband" gefunden, bei Mitmusikern wie dem gerade mal halb so alten Pianisten Thilo Wagner, mit dem er seiner Leidenschaft für den vom Blues getränkten Jazz, der Leidenschaft für Balladen frönen kann. Hier nämlich liegen Emil Mangelsdorffs Stärken, selbst mit 84. Die erfahrenen Rhythmiker Vitold Rek am Bass und Janusz Stefanski am Schlagzeug tragen ihm diese Stücke zu, betten ihn, damit er seine Geschichten musikalisch in aller Ruhe ausbreiten kann. Beim JazzTalk mit Wolfram Knauer wird Mangelsdorff ein wenig über seine musikalische Ästhetik sprechen, über die musikalischen Werte und das dauernde Ringen sie zu erreichen. Wir wollen dabei weniger in der Vergangenheit schwelgen als vielmehr aus seiner Erfahrung lernen für die Gegenwart und die Zukunft des Jazz.
Kartenreservierung telefonisch unter (06151) 963700 oder per e-mail, jazz@jazzinstitut.de. Die Eintrittskarten werden an der Abendkasse auf den Namen des Bestellers/der Bestellerin hinterlegt.
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Termin: Mittwoch, 30. September 2009
Veranstaltungsort: Kulturzentrum "DIE FABRIK", Frankfurt-Sachsenhausen
Konzertbeginn: 20:30 Uhr
Eintritt: 15 Euro / 12 Euro (ermäßigt)
Veranstalter: Jazzinstitut Darmstadt & Kultur in der Fabrik
KONZERT II:
JazzTalk 073
Wolfgang Schlüter feat. Boris Netsvetaev
Wolfgang Schlüter (Vibraphon), Boris Netsvetaev (Piano)
Wie Albert Mangelsdorff ist auch Wolfgang Schlüter ist eine deutsche Jazzlegende, ein Musiker, der die deutsche Jazzszene seit der Nachkriegszeit aktiv begleitete. Er kam 1952 durch ein Konzert Lionel Hamptons zum Vibraphon, spielte jahrelang im Michael Naura Quintett, außerdem in diversen deutschen Rundfunk-Bigbands, zuletzt 30 Jahre lang in der NDR Bigband. Beim Konzert in der "FABRIK" in Frankfurt-Sachsenhausen wird Wolfgang Schlüter als Solist und im Duo mit dem jungen Pianisten Boris Netsvetaev zu hören sein. Nach der Pause, vor dem zweiten Set, gibt es einen JazzTalk, in dem Wolfram Knauer mit Schlüter über die Tücken des Vibraphons spricht, die letzten 50 Jahre des Jazz in Deutschland, über Hamp und Bags (also Lionel Hampton und Milt Jackson), die Arbeit mit Michael Naura und der NDR Bigband, die Hamburger Jazzszene und den Jazz unserer Tage.
Kartenreservierung telefonisch unter (069) 978455-12 oder <www.frankfurt-ticket.de>
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Termin: Freitag, 2. Oktober 2009
Veranstaltungsort: Kulturzentrum Bessunger Knabenschule, Darmstadt
Konzertbeginn: 20 Uhr
Eintritt: 12 Euro / 10 Euro (ermäßigt)
Veranstalter: Jazzinstitut Darmstadt & Bessunger Knabenschule
KONZERT III:
Roswell Rudd / Lafayette Harris Duo
Roswell Rudd (Posaune), Lafayette Harris (Piano)
Der Posaunist Roswell Rudd, Jahrgang 1935, ist, wenngleich in allen Spielarten des Jazz zuhause (Dixieland eingeschlossen, den er während seiner Collegezeit spielte), vor allem für seine einflussreiche Arbeit während der Free-Jazz- und Avantgardeperiode bekannt geworden. Seine Aufnahmen mit der Free-Jazz-Legende Archie Shepp, mit dem er seit den frühen 1960er Jahren befreundet ist, gehören zu den Meilensteinen des freien Jazz in Amerika. Richtungsweisend in seiner langen Karriere war dabei aber insbesondere auch seine lebenslange Freundschaft mit Steve Lacy, die in eine Vielzahl gemeinsamer Projekte mündete. In den vergangenen Jahren besuchte Rudd wiederholt Afrika, insbesondere Mali, wo er mit einheimischen Musikern spielte. Seine CD "MALIcool” (2001), ein Zusammenspiel mit dem Kora-Spieler Toumani Diabaté, brachte erstmal die Posaune in den Kontext traditioneller malinesischer Musik. 2005 erweiterte Rudd sein Spektrum erneut, indem er eine CD mit einer traditionellen Buryat-Band aus der Mongolei mit dem Titel "Blue Mongol" einspielte. Neben seinem Ensemble mit Archie Shepp, den Tourneen mit MALIcool und Blue Mongol ist Roswell Rudd in seiner Heimatstadt New York vor allem immer wieder mit seinem langjährigen Duo-Partner Lafayette Harris Jr. zu hören.
Lafayette Harris gilt unter den Pianisten in der New Yorker Szene als ein "musicians' musician". Dank seines enormen Spektrums ist er nicht nur regelmäßiger Begleiter der legendären Sängerin Ernestine Anderson, sondern auch Broadway-Pianist, zuletzt im Erfolgsmusical "The Color Purple" engagiert, spielt außerdem bei einer Vielzahl von Fernsehauftritten genauso wie bei Prominenten-Hochzeiten, Galas und Benefizveranstaltungen. Nebenbei tritt er mit seinem Trio regelmäßig in New Yorks Blue Note Club auf und ist jede Woche Gastgeber in der historischen Lenox Lounge in Harlem – dem Vernehmen nach der wohl besten "Vocal Jam Session" New Yorks. Wie sein großes Vorbild, der Ragtime-Pianist Eubie Blake, stammt Harris aus Baltimore. Er studierte Jazzklavier bei Kenny Baron an der Rutgers University in New Jersey und gehörte Mitte der Achtziger zu den so genannten Young Lions. Er veröffentlichte sein Debut ("Lafayette is Here") mit Musikern wie Terell Stafford, Don Braden, Lonnie Plaxico und Cindy Blackman, bevor er einige Jahre die europäischen Festivals an der Seite des Posaunisten Slide Hampton oder der Sängerin Barbara Morrison bespielte. Während dieser Zeit begegnete er auch der Schlagzeug-Legende Max Roach, mit dem er in den folgenden zehn Jahren arbeitete, dabei gelegentlich auch mit Musikern wie Illinois Jacquet, Percy Heath oder Wynton Marsalis zusammentraf und aufnahm. Obwohl Harris als ausgesprochener Sideman gilt, ist sein stilistisches Spektrum ebenso breit wie solide fundiert. Seine Pianoparts zeugen von enormem Einfühlungsvermögen, sind durchtränkt von tiefem Gespür für den Blues und beweisen dennoch jederzeit atemberaubende Virtuosität und Raffinesse ohne jede Aufdringlichkeit. Nachvollziehbar, dass besonders erfahrene Musiker wie Roswell Rudd die Zusammenarbeit mit ihm besonders schätzen.
Anmeldung telefonisch unter (06151) 963700, per e-mail, jazz@jazzinstitut.de oder online unter <www.knabenschule.de>. Die Eintrittskarten werden an der Abendkasse auf den Namen des Bestellers/der Bestellerin hinterlegt.
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Doppelkonzert
Termin: Samstag, 3. Oktober 2009
Veranstaltungsort: Kulturzentrum Bessunger Knabenschule, Darmstadt
Konzertbeginn: 20 Uhr
Eintritt: 18 Euro / 12 Euro (ermäßigt)
Veranstalter: Jazzinstitut Darmstadt & Bessunger Knabenschule
KONZERT IVa:
Nils Wograms Nostalgia Trio
Nils Wogram (Posaune), Florian Ross (Piano, Hammond B3), Dejan Terzic (Schlagzeug)
Nils Wogram ist einer der wenigen Namen, die, spricht man über "den" jungen deutschen Jazz und seine Protagonisten mit ausländischen Kritikern und Experten, immer sofort genannt werden. Dass Wogram ausgerechnet das Instrument Albert Mangelsdorffs, die Posaune, mit einer Virtuosität beherrscht und einer Tollkühnheit einsetzt wie weltweit kaum ein Zweiter seiner Generation, trägt zu seinem Ruf bei, der Wegbereiter des aktuellen zeitgenössischen Jazz "Made in Germany" zu sein. Dabei geht sein Trio Nostalgia den umgekehrten Weg: zurück zum swingenden und groovenden Jazzgefühl der 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts, als der Jazz noch bei Blue Note oder in der 52sten Straße zuhause war. Nils Wogram gelingt mit Nostalgia diese Gradwanderung zwischen nostalgischem Retro-Sound und dem neugierigen Austesten der eigenen Klanggebilde, weil das Trio mit dem Pianisten Florian Ross und dem Schlagzeuger Dejan Terzic höchst gleichberechtigt besetzt ist. Nostalgisch wird’s bei der Instrumentierung vor allem, wenn Ross die alte Hammond B3-Orgel erklingen lässt und Terzic sein perlmutt-farbenes Schlagzeugset mit der riesigen Bassdrum bearbeitet. "’Nostalgisch’ mag der Blick auf die Wurzeln der Musik des Trios sein – dem Zuhörer wird rasch klar, dass dieser Ansatz nichts Rückwärtsgewandtes an sich hat", schreibt denn auch der Kritiker Frank Schindelbeck zur Musik ihrer aktuellen CD "Affinity" (Intuition, 2008).
Am Nachmittag des Konzertabends spricht Nils Wogram übrigens im Rahmen des Symposiums des Jazzforums über die Geheimnisse seines Instruments, darüber, wie Multiphonics funktionieren und über die Bedeutung Albert Mangelsdorffs für den Jazz und für ihn persönlich.
Das Konzert mit dem Nils Wogram Nostalgia Trio
wird vom Hessischen Rundfunk (hr2) mitgeschnitten.
Ausstrahlung:
Samstag, 5. Dezember 2009 auf hr2-kultur in der Sendung "Live Jazz" um 19:05 Uhr
KONZERT IVb:
Hey Uwe | Hey Joe
Uwe Kropinski (Gitarre) > Joe Sachse (Gitarre)
Doppelmoppel: zwei Posaunen, zwei Gitarren – neben dem Zentralquartett die legendärste Vierer-Bande des DDR-Jazz – zwei echte Brüder, Conny und Johannes Bauer am Blech, zwei Brüder im Geiste, Uwe Kropinski und Joe Sachse an den Saiten. Wer weiß denn heute noch, dass auch Albert Mangelsdorff einst an der Gitarre seine Karriere begann, bevor er zum Zuginstrument konvertierte. Und wer weiß, dass auch der einfache Moppel großartig zu klingen vermag. Uwe Kropinski, den Berliner 7-Saiten-Paganini, und den Sachsen Sachse, der seine Gitarre gerne auch mal mit Schraubenzieher, Bohrmaschine oder sonstigen Utensilien bearbeitet, vereint ihre besondere Genialität und Spielkunst. Zeugnis ihrer gemeinsamen Spielfreude ist die aktuelle CD "Hey Uwe, Hey Joe" (jazzwerkstatt, 2008). Ohne Angst vor Melodien werfen sich hier zwei große Könner die Themen zu, ergänzen sich blind, entwickeln in blinder Vertrautheit Tonstücke von bezaubernder Schönheit, zerbröseln sie mit wilder Besessenheit, um sie umso schöner ganz neu erklingen zu lassen. Diese zwei außergewöhnlichen Jazzmusiker, die häufig und so ganz und gar unberechtigt von der großen weiten Jazzwelt ignoriert wurden, während einer Konzertreihe zu Ehren des bekanntesten deutschen Jazzmusiker aller Zeiten zu hören … ist mehr als gerecht. Da darf man dann ausnahmsweise auch mal die Posaune zuhause lassen.
Das Konzert mit dem Nils Wogram Nostalgia Trio wird vom Hessischen Rundfunk (hr2) mitgeschnitten.
Ausstrahlung am Samstag, 19. Dezember 2009 auf hr2-kultur in der Sendung "Live Jazz" um 19:05 Uhr
Kartenreservierung telefonisch unter (06151) 963700, per e-mail, jazz@jazzinstitut.de oder online unter <www.knabenschule.de>. Die Eintrittskarten werden an der Abendkasse auf den Namen des Bestellers/der Bestellerin hinterlegt.
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GESAMTÜBERSICHT JAZZFORUM:
Konzert
FREITAG, 25. September 2009, 20:30 Uhr, Jazzinstitut Darmstadt
Emil Mangelsdorff Quartett (JazzTalk)
mit Emil Mangelsdorff (Saxophon), Thilo Wagner (Piano), Vitold Rek (Kontrabass), Janusz Stefanski (Schlagzeug)
Konzert
MITTWOCH, 30. September 2009, 20:30 Uhr, DIE FABRIK (Frankfurt/Main)
Wolfgang Schlüter & Boris Netsvetaev (JazzTalk)
mit Wolfgang Schlüter (Vibraphon), Boris Netsvetaev (Piano)
Symposium
DONNERSTAG, 1. Oktober, 14-18 Uhr
14:00 Uhr: Eröffnung des Symposiums und der Ausstellung "Albert in Frankfurt" mit Fotos von Hermann Wygoda
14:30 Uhr: "Die Posaune des Jazz" (Film)
15:00 Uhr: Wolfgang Sandner: Ein Prototyp und Sonderfall: Albert Mangelsdorff, Jazzmusiker in Deutschland
16:00 Uhr: Rüdiger Ritter: Krzysztof Komeda – der polnische Albert Mangelsdorff?
17:00 Uhr: René Grohnert: Bilder zur Musik. Jazzplakate zwischen Ankündigung und Erinnerung
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Symposium
FREITAG, 2. Oktober, 10-18 Uhr
10:00 Uhr: Wolfram Knauer: Es sungen drei Engel. Zum Umgang von Jazzmusikern mit deutscher Musiktradition
11:00 Uhr: Martin Pfleiderer: Singin' the Blues. Vokale Expressivität im instrumentalen Jazz
12:00 Uhr: Kai Stefan Lothwesen: Emanzipation, Jazz-Dissidenten und Paradigmenwechsel. Anmerkungen zur Diversität des europäischen Jazz
12-15 Uhr: Mittagspause
15:00 Uhr: Harald Kisiedu: European Freedom: Zum Verhältnis zwischen Musik und Politik bei Peter Brötzmann
16:00 Uhr: William Bares: From "Blue Eyed Soul" to "Blaue Augen": Problems and Possibilities in "Young German Jazz"
17:00 Uhr: Silvana K. Figueroa-Dreher: Was kann die Soziologie vom Jazz lernen? Die Erzeugung von sozialer Ordnung im Free Jazz-Improvisieren
Konzert
FREITAG, 2. Oktober 2009, 20:00 Uhr, Bessunger Knabenschule (Ludwigshöhstraße 42, Darmstadt)
Roswell Rudd & Lafayette Harris
mit Roswell Rudd (Posaune), Lafayette Harris (Piano)
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Symposium
SAMSTAG, 3. Oktober, 10-18 Uhr
10:00 Uhr: Harald Justin: Albert Mangelsdorff: Autobiographisches Erzählen im Kontext
11:00 Uhr Michael Rieth: Goethe und der Blues, Albert und die Anarchie, Kropotkin und die Krone. Zum Gesellschaftsentwurf von Herrschaftsfreiheit und dem Sprengen festgefügter Formen im Jazz
12-14:30 Uhr: Mittagspause
14:30 Uhr: Nils Wogram: Albert, die Posaune und ich
15:30 Uhr: Jürgen Schwab: "50 Jahre Institutionalisierte Subkultur". Das hr-Jazzensemble, eine Bestandsaufnahme
16:30 Uhr: Michael Rüsenberg: The Making Of "Die Albert Mangelsdorff Rolle” – Anmerkungen zur Visualität Albert Mangelsdorffs
Konzert
SAMSTAG, 3. Oktober 2009, 20:00 Uhr, Bessunger Knabenschule (Ludwigshöhstraße 42, Darmstadt)
Nils Wogram & Nostalgia Trio
mit Nils Wogram (Posaune), Florian Ross (Piano, Orgel), Dejan Terzic (Schlagzeug)
Joe Sachse & Uwe Kropinski
mit Joe Sachse (Gitarre), Uwe Kropinski (Gitarre)
Film
SONNTAG, 4. Oktober 2009, 11:00 bis 16:00 Uhr, Kunsthalle Darmstadt (Steubenplatz)
"Die Albert Mangelsdorff Rolle"
Ein Film von Michael Rüsenberg und Christian Wagner
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