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Internationales Forschungs- und Informationszentrum zum
Jazz
Das
Jazzinstitut Darmstadt versucht einen Brückenschlag
zwischen Wissenschaft und Praxis, zwischen Serviceleistung
für eine von der ehrenamtlichen Arbeit Vieler lebenden
Musik und sorgfältiger Dokumentation musikalischer
Entwicklungen aus Vergangenheit und Gegenwart, zwischen
regionaler Kulturarbeit und internationalem Diskurs. Wir
arbeiten nicht im sprichwörtlichen Elfenbeinturm.
Besucher sind gern gesehen und jede Frage wird ernst genommen.
Archiv
und Dokumentation
Das
Jazzinstitut beherbergt eine der größten öffentlichen
Jazzsammlungen Europas. Darunter befinden sich bedeutende
Nachlässe oder Schenkungen privater Sammler, etwa
von Joachim Ernst Berendt, Gerhard Conrad, Erwin Glier,
Hanns E. Haehl, Arne Hauptmann, Hans Otto Jung, Evert
„Ted“ Kaleveld, Peter Köhler, Wilhelm
Liefland, Lukas M. Lindenmaier, Hans-Henning Raabe, Dietrich
von Staden, Rolf-Dieter Weyer oder auch die Sammlung der
Free Music Production (FMP).
Zum
sich ständig erweiternden Präsenzbestand zählen
Fachbücher und natürlich eine große Anzahl
an Tonträgern – im Archiv gibt es mittlerweile
annähernd 50.000 LPs, weit mehr als 17.000 CDs, dazu
Tausende Schellackplatten, 45-RPM-Singles, 25-cm-LPs,
Videos, DVDs usw. An zwei gesondert eingerichteten Arbeitsplätzen
sind analoge Überspielungen von LP oder CD für
den wissenschaftlichen Gebrauch möglich.
Der
am meisten genutzte Teil der Sammlung allerdings ist der
umfassende Zeitschriftenbestand mit inzwischen über
1.000 internationalen Zeitschriftentiteln, mehr als 60.000
Einzelhefte – zurückreichend bis in die 20er
Jahre des letzten Jahrhunderts. Der Jazz-Index des Instituts,
die weltweit umfangreichste Computerbibliographie zum
Jazz, wird von Interessierten aus der ganzen Welt genutzt
– auch über das Internet. Der Abruf des nach
Musikernamen und Schlagwörtern geordneten Jazz-Index
ist eine der kostenlosen Serviceleistungen des Jazzinstituts.
Gegen eine Gebühr können Kopien einzelner Texte
angefertigt werden, die man sich auch zusenden lassen
kann. Vorhandenes Notenmaterial wird kontinuierlich ergänzt.
Die Sammlung umfasst sowohl Transkriptionen von Musikstücken,
sogenannte fake books, Instrumentalschulen, aber auch
Band- und Orchesterpartituren.
Ausstellungen
Die
umfangreichen Bestände an zeitgeschichtlichen Fotografien,
Plakaten, Postern und Dokumenten nutzt das Jazzinstitut
seit einigen Jahren auch verstärkt zur Gestaltung
eigener Ausstellungen und Bilddokumentationen. „Jazz
Changes“ beispielsweise illustriert auf elf großflächigen,
farbigen Tafeln die Entwicklung der Musik von den Anfängen
bis zur Gegenwart und kann als Wanderausstellung von Veranstaltern
und Institutionen beim Jazzinstitut entliehen werden.
Daneben konzipiert oder recherchiert das Jazzinstitut
auch Ausstellungen mit speziellen thematischen oder lokalen
Bezügen. Zwei Ausstellungen, in denen die lokale
Jazzgeschichte in Darmstadt und in Frankfurt thematisiert
wurde, fanden 2004 statt. Die Sammlung wird häufig
von Verlagen und Magazinen oder als Leihgeber für
Ausstellungen anderer Museen genutzt, u.a. für eine
große Ausstellung über die Gestaltungskunst
bei Schallplattenhüllen in Valencia, einer Ausstellung
über die Rolle der elektrischen Gitarre in der modernen
Musik in der Kunsthalle Wien sowie einer weiteren Ausstellung
über Cover Art der Plattenfirma Blue Note während
des Jazzfestivals in Aalen.
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ein Ort der musikalischen Entdeckungen und des Austauschs
Forschung
Neben
seinen Aufgaben als zentrales Dokumentationszentrum der
deutschen Jazzgeschichte betreibt das Jazzinstitut eigene
Forschungsprojekte und unterstützt oder fördert
gemeinsame Projekte anderer Institutionen. Seit Beginn
führt das Jazzinstitut ein Oral-History-Projekt durch,
welches wichtige Zeitzeugen des deutschen Nachkriegsjazz
zu Wort kommen lässt und deren Erinnerungen aufzeichnet.
Das Jazzinstitut unterstützte die Quellendokumentation
der Geschichte des Anglo-German Swing Club in Hamburg
von 1945 bis 1952 und war 2004 gemeinsam mit dem Hessischen
Rundfunk und der Stadt Frankfurt Mitinitiator und Mitherausgeber
einer umfangreichen Darstellung der Frankfurter Jazzgeschichte
(„Der Frankfurt Sound – Eine Stadt und ihre
Jazzgeschicht[n]“). Darüber hinaus ist das
Jazzinstitut in einer Vielzahl hochrangiger internationalen
Beratergremien und Organisationen vertreten, etwa Jazz
at Lincoln Center (New York), der Smithsonian Institution
(Washington, D.C.), dem Editors Board der University of
Michigan Press (Ann Arbor, Michigan), dem Goethe-Institut
oder einem europaweiten Gremium zur Erforschung und Dokumentation
der europäischen Jazzgeschichte, einem Projekt, das
vom Jazzinstitut mitinitiiert wurde.
Darmstädter
Jazzforum
Alle
zwei Jahre veranstaltet das Jazzinstitut das Darmstädter
Jazzforum, die einzige regelmäßige Jazzkonferenz
der Welt. Zum Symposium reisen Forscher und Musiker aus
ganz Europa und den USA an, um Meinungen und Erfahrungen
auszutauschen; das zeitgleiche Festival beleuchtet spezielle
Aspekte der Musik aus ganz praktischer Sicht. Die Vorträge
sind durch ausführliche Tagungsberichte in einer
eigenen Buchreihe des Instituts dokumentiert, den „Darmstädter
Beiträgen zur Jazzforschung“, die jeweils beim
Hofheimer Wolke Verlag erscheinen.
Information
und Veranstaltungen
Das Jazzinstitut ist keine reine
Forschungsstelle, sondern ein Informationszentrum für
jedermann. Wichtigstes Informationsmedium ist mittlerweile
natürlich das Internet. Auf den Seiten www.jazzinstitut.de
bietet das Jazzinstitut eine der wohl umfangreichsten
Sammlungen von nationalen und internationalen Jazzadressen
im weltweiten Netz.
Darüber
hinaus veröffentlicht das Jazzinstitut Darmstadt
alle zwei Jahre den „Wegweiser Jazz“, eine
bislang vorwiegend auf die deutsche Szene beschränkte
Zusammenstellung von Adressen der Jazzclubs, Festivals,
Fachmedien und Plattenfirmen. Das
Jazzinstitut steht für fachliche Beratungen jeglicher
Art zur Verfügung, von der Vermittlung eines einfachen
Bandkontakts über die Auskunft zu Fördermöglichkeiten
für Musiker und Veranstalter in den Bundesländern
oder zu musikspezifischen Themen bis zur Unterstützung
internationaler Kontakte, und bemüht sich die Anfragen
der Nutzer sorgfältig und nach dem neuesten Informationsstand
zu beantworten.
In
Darmstadt selbst ist das Jazzinstitut mit diversen Veranstaltungsreihen
präsent – neben
dem Jazzforum führt es zusammen mit dem Kulturzentrum
Bessunger Knabenschule den Sommer-Workshop „Jazz
Conceptions“ durch, im eigenen Gewölbekeller
darüber hinaus beispielsweise die Konzertreihe „JazzTalk“,
bei der Musiker nicht nur spielen, sondern zwischendrin
auch über ihre Musik, ihre Karriere, Möglichkeiten
wie Probleme eines Lebens
in der Jazzszene berichten. Einmal im Monat schließlich
treffen sich Musikerinnen und Musiker aus dem gesamten
Rhein-Main-Gebiet im Gewölbekeller unter dem Jazzinstitut
zur vom Förderverein Jazz in Darmstadt e.V. organisierten
Bessunger Jam Session.
Geschichte
Die Anfänge des heutigen Jazzinstituts liegen im
Jahr 1983. Damals erwarb die Stadt Darmstadt die Jazzsammlung
des bekannten Jazzkritikers und Produzenten Joachim Ernst
Berendt – Schallplatten, Bücher, Zeitschriften,
Fotos, Plakate und vieles mehr. Auf dieser Sammlung basierte
die weithin beachtete Ausstellung „That‘s
Jazz. Der Sound des 20. Jahrhunderts“, die 1988
im Museum Mathildenhöhe zu sehen war und deren umfassender
Katalog noch heute eine vielbeachtete Dokumentation zur
Jazzgeschichte darstellt. Da die Sammlung immer weiter
anwuchs, entschloss sich der Magistrat zur Gründung
eines eigenen Jazzinstituts, das neben reiner Archivarbeit
auch durch Veranstaltungen und eigene Projekte Jazzleben
und Jazzforschung unterstützen sollte. (mehr
über die Geschichte des Bessunger Jagdhofs ...)
Räumlichkeiten
Im
September 1990 wurde dieses Institut Realität, das
zuerst von provisorischen Räumlichkeiten im John-F.-Kennedy-Haus
aus agierte. Am
3. Oktober 1997 dann wurde der heutige Sitz des Instituts
eingeweiht, das historische Bessunger Kavaliershaus. Über
drei Etagen stehen den Besuchern ausreichend Arbeitsplätze
zur Verfügung. Dazu gibt es im Gewölbekeller
unter dem aus einen kleinen Konzertraum, der ideal jazzmusikalische
Praxis und Theorie miteinander verbinden kann. Das Kavaliershaus
hat sich so mittlerweile zu einem Treffpunkt für
Jazz-Interessierte entwickelt – Musiker, Forscher,
Fans. Die Wetter-Trompete auf dem Dach und die im September
2001 enthüllte Skulptur des Blues-Mundharmonika-Virtuosen
Little Walter auf dem Jagdhofplatz signalisieren auch
nach außen die neue Nutzung des Gebäudes.
Nutzung
und Öffnungszeiten
Das
Jazzinstitut ist für jedermann zugänglich. Öffnungszeiten
sind montags und donnerstags von 10-17 Uhr, freitags von
10-14 Uhr und dienstags von 10-20 Uhr (unser Dienstleistungsabend
für Berufstätige).
In den Benutzerräumen im Bessunger Kavaliershaus
kann man in den neuesten der etwa sechzig abonnierten
Jazz-Zeitschriften blättern, in die Tonträger
(LPs, CDs) hineinhören oder sich durch ausliegende
Prospekte über bundesweite Veranstaltungen (Workshops,
Festivals usw.) informieren. Neben Jazz werden dabei auch
Randbereiche abgedeckt: u.a. Rhythm and Blues, Salsa,
Rock aber auch elektronische und Improvisierte Musik.
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die Mitarbeiter
Dr.
Wolfram Knauer (Institutsleiter)
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studierte Musikwissenschaft, Anglistik/Amerikanistik,
Kunstgeschichte und Soziologie an der Universität
Kiel. Er
leitet das Jazzinstitut Darmstadt seit dessen Gründung
im Jahr 1990, lehrte
daneben an mehreren deutschen Hochschulen und Universitäten,
ist Mitglied im internationalen Beratergremium des Center
for Black Music Research, außerdem Herausgeber der
Darmstädter Beiträge zur Jazzforschung und im
Herausgebergremium der University of Michigan Press. Knauer
berät das amerikanische New Grove Dictionary of Jazz
für den Bereich des europäischen Jazz, schrieb
analytische Artikel für das mehrfach ausgezeichnete
International Dictionary of Black Composers, sitzt im
Musikbeirat des Goethe-Instituts und ist Autor wissenschaftlicher
Beiträge in Büchern und Fachzeitschriften. Für
seine Verdienste beim Aufbau des Jazzinstituts Darmstadt
als international renommiertes Forschungs- und Informationszentrum
erhielt er 2002 den vom Land Hessen verliehenen Hessischen
Jazzpreis.
Kontakt: knauer@jazzinstitut.de
Doris
Schröder (wissenschaftliche Mitarbeit/Dokumentation
und Ausstellungen)
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studierte Kunstgeschichte, Archäologie und Theater-,
Film- und Fernsehwissenschaften an der Johann Wolfgang
Goethe-Universität in Frankfurt/Main,
leitete danach beim Kulturamt der Stadt Ludwigshafen die
Abteilung Kulturförderung und war dort für die
Durchführung vielfältiger kultureller Veranstaltungen
zuständig. Sie
ist Autorin mehrerer Dokumentationen für das Darmstädter
Amt für Denkmalpflege u. a. über die Geschichte
der Darmstädter Mathildenhöhe und des Bessunger
Jagdhofes, in dem sich auch das Jazzinstitut befindet.
Doris Schröder ist seit 1995 im Jazzinstitut beschäftigt,
betreut die visuelle Sammlung des Archivs und organisiert
regelmäßig Ausstellungen.
Kontakt: schroeder@jazzinstitut.de
Arndt
Weidler (wissenschaftliche Mitarbeit/Information und Veranstaltungen)
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studierte Soziologie, Politikwissenschaft und Sozialpsychologie
erst in Heidelberg, anschließend an der Universität
Mannheim. In seiner Diplomarbeit untersuchte er die unterschiedlichen
Erlebniserwartungen des Blues- und des Jazzpublikums beim
Konzertbesuch. Während des Studiums arbeitete er
zunächst als Tourbegleiter amerikanischer Bluesbands,
gründete später eine eigene Künstleragentur
für Blues- und Jazzmusiker und organisierte nebenher
Clubkonzerte und Festivals im Blues-, Jazz- und Gospelbereich.
Weidler war Mitbegründer und Geschäftsführer
des Blues- und Jazzclubs „Muddy‘s Club“
in Weinheim/Bergstraße. Außerdem arbeitete
er in der Off-Air-Promotion verschiedener Radiosender.
Arndt Weidler arbeitet seit 1998 im Jazzinstitut Darmstadt
und ist dort für einen Großteil der Veranstaltungsprogrammierung
des Jazzinstituts sowie für den Informations- und
Servicebereich für die Blues- und Jazzszene verantwortlich.
Seit 2005 ist Arndt Weidler Vorsitzender
des Vereins German
Jazz Meeting. In dieser Funktion ist
er auch Mitglied der Jury des SWR-Jazzpreises/Jazzpreis
des Landes Rheinland-Pfalz. Außerdem ist er Mitglied
der Jury für den Neuen Deutschen Jazzpreis Mannheim.
Kontakt: weidler@jazzinstitut.de
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ehrenamtliche Mitarbeiter
Rainer
Grobe
(Ehrenamt für Darmstadt e.V.)
...
Mitarbeit bei der Archivierung umfänglicher Sammlungsbestände,
z.Zt. diskografische Kompletterfassung der Schallplattensammlung
(LPs/USA).
Ute
Dotzert (ehrenamtliche Archivhilfe)
...
Mitarbeit bei der Archivierung umfänglicher Sammlungseingänge,
z.Zt. Fotosammlung und Plakate.
Günter
Schapka (ehrenamtliche Archivhilfe)
...
Mitarbeit bei der Archivierung umfänglicher Sammlungsbestände,
z.Zt. diskografische
Kompletterfassung der Schallplattensammlung (Singles und
LPs/Europa).
Helmut
Lücke (Ehrenamt für Darmstadt e.V.)
...
Mitarbeit bei der Archivierung umfänglicher Sammlungseingänge,
z.Zt. diskografische
Kompletterfassung der CD-Sammlung (Neueingänge und
Sammlungszuläufe), Terminerfassung "Darmstädter
Jazzkalender"
Alexander
von Leliwa (Ehrenamt für Darmstadt e.V.)
...
Mitarbeit bei der Archivierung umfangreicher Sammlungsbestände,
z.Zt. diskografische
Kompletterfassung der Schallplattensammlung (Schellackplatten).
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