Wegweiser Jazz
Preise und Wettbewerbe
in Baden-Württemberg
Neuer deutscher Jazzpreis Mannheim
In den letzten Jahren hat sich Mannheim zu einer der Musikmetropolen Deutschlands entwickelt. Neben einigen herausragenden Bands aus dem Jazz- und Popbereich bildet der Ausbildungsbereich mit den Hochschulen für Jazz und Klassik, sowie die Popakademie dabei das Kernstück. Durch die große Präsenz Mannheimer Bands und der hier ausgebildeten Künstler ist klar, dass Mannheim nicht nur national die Nase vorne hat, sondern auch den internationalen Vergleich nicht scheuen muss. Qualitativ gilt dies sicher auch für den Jazz in Deutschland, leider jedoch nicht für den Aspekt Marketing. Um die kreative deutsche Jazzszene zu bündeln und ihr ein adäquates Forum mit entsprechender Medienpräsenz zu bieten, richtet die IG-Jazz seit 2006 jährlich die Veranstaltung Neuer Deutscher Jazzpreis Mannheim in Kooperation mit der Alten Feuerwache und der Stadt Mannheim aus. Dafür haben sich bisher mehr als 550 Bands beworben, aus denen als Gewinner des Bandpreises "Der Rote Bereich" "(2006), "Johannes Enders Quartet" (2007) und das Trio "Klima Kalima" (2008) und im letzten Jahr Frederick Köster Quartett (2009) hervorgingen. Den Solistenpreis erhielten Michael Griener, Johannes Enders, Henning Sieverts, Oliver Steidle und Frederick Köster.
2010 findet die Veranstaltung am Freitag, den 12. und Samstag, den 13. Februar in der Alten Feuerwache in Mannheim statt. Highlight des ersten Festivalabends wird das Konzert des nächstjährigen Kurators und seiner Band. Die Wettbewerbskonzerte der drei vorausgewählten Bands und die Publikumsabstimmung über die Preisträger finden am Samstag, den 13.Februar 2010 statt.
Eine Vorjury (u.a. unter Beteiligung der IG Jazz, des Jazzinstitutes Darmstadt und mehrerer Journalisten) wählt aus den Bewerberbands in einer anonymisierten Anhörsession 10 Bands aus, die dann dem Kurator geschickt werden. Der Kurator, immer ein international anerkannter Jazzmusiker, wechselt jedes Jahr, damit der Preis stilistisch offen bleibt. Die bisherigen Kuratoren waren Alexander von Schlippenbach, Wolfgang Muthspiel, Jasper van’t Hof und Joachim Kühn. Dieser Kurator wählt dann drei Bands aus, die im Februar an einem Abend in Mannheim aufteten. Das dort anwesende Publikum entscheidet nach den Konzerten dann mit Stimmzettel, wer der Gewinner des mit 10.000.- Euro dotierten „MVV-Energie Bandpreises und des mit 1.000.- Euro dotierten „Maritim Solistenpreis“ sein soll. Die Finalisten erhalten außerdem Reisekosten und Übernachtung, sowie freien Eintritt zum Konzert am Eröffnungstag.
Bewerben können sich alle professionellen Bands, deren Mitglieder ihren Wohnsitz überwiegend in Deutschland haben. Die Bewerber müssen eine CD & Info bis zum 31. Oktober 2009 an die "IG-Jazz Rhein Neckar e.V., Brückenstr. 2-4, 68167 Mannheim" mit dem Stichwort Jazzpreis 2010 senden.
Kriterien:
- Genre Jazz
- Besetzung ab Duo
- Wohnsitz der Bandmitglieder überwiegend in Deutschland
- Bewerbung (aktuelle CD mit 3 Stücken in der Wettbewerbsbesetzung, Bandinfo, Pressefoto & unterschr. Anmeldeformular) muss bis zum 31.10.2009 eingegangen sein
Weitere Infos und unter Anmeldeformular www.neuerdeutscherjazzpreis.de
[07/2009]
Der Landesmusikrat sucht swingenden Nachwuchs
Seit drei Jahrzehnten können jazzbegeisterte junge Musiker aus dem Ländle ihre Fähigkeiten beim Wettbewerb Jugend jazzt präsentieren. Ab 2009 wird dieser alljährlich als Landesvorentscheid für die Bundesbegegnung "Jugend jazzt" vom Landesmusikrat durchgeführt. Teilnahmeberechtigt sind Nachwuchsjazzer, die nicht berufsmusikalisch tätig sind oder in einer musikalischen Ausbildung stehen. Um alle Stilarten des Jazz zu Gehör zu bringen, finden die Wertungen abwechselnd für Jugendjazzorchester und im darauffolgenden Jahr für Combos, Big Bands oder Solo-Jazzer statt. Die Altersgrenze liegt bei 25 Jahren.
Als begehrte Preise winken eine CD-Produktion, ein Preisträgerkonzert und Rundfunkmitschnitte vom SWR. Siegreiche Instrumentalisten fanden bereits in der Vergangenheit Aufnahme in das Landesjugendjazzorchester und in die nationale Elite-Big-Band BuJazzO. Erste Preisträger können sich nicht zuletzt über eine Weiterleitung zur Bundesbegegnung Jugend jazzt freuen.
Informationen und Anmeldeformulare: Landeswettbewerb "Jugend jazzt", c/o Marie-Luise Dürr, Johann-Sebastian-Bach-Straße 45, 78532 Tuttlingen, Telefon und Fax: 0 74 61-1 39 53.
E-Mail: kontakt@landesmusikrat-bw.de, E-Mail: m-l-duerr@web.de
Informationen: http://www.landesmusikrat-bw.de
[07/2009]
International Jazzhaus Freiburg Piano-Competition
c/o Jazzhaus Freiburg GmbH, Glümerstraße 2b, 79102 Freiburg, Tel. (0761) 2923-446, Fax (0761) 72935, e-mail: info@jazzhausrecords.com, Internet: http://www.jazzhaus.de [07/2009; Wettbewerb für Jazzpianisten aller Nationalitäten bis 32 Jahre; Termin in 2009: 04. bis 06. Oktober 2007; Austragungsort: Jazzhaus Freiburg (siehe dort); Preisgelt: 5.000 Euro]
ZMF-Preis (Zelt Musik Festival)
Der ZMF-Preis wird ausschließlich an Künstlerinnen und Künstler aus der Region des "Dreiländerecks" verliehen, die durch außergewöhnliche künstlerische Leistungen auf sich aufmerksam machen. Voraussetzung für den Preisträger ist das perfekte Spielen eines Instrumentes oder eine gewaltige stimmliche Begabung. Als Zeichen seiner Kreativität sollte er aber auch eine eigenständige musikalische Produktion vorweisen können.
Bisherige Preisträger: The Brothers (1992), Larissa-Ivanova Trio (1993), Shane Brady (1994), Cécile Verny (1995), Werner Englert (1996), Bertrand Gröger (1997), Koh Gabriel Kameda (1998), Florian Döling (1999), Günter A. Buchwald (2000), Zipflo Reingardt (2001), Wolfgang Roese (2002), Tokubo Akinro & Morten Klein (tok tok tok) (2003), Murat Coskun (2004), Alexis Sorbas (2005), Nicole Chevalier (2006), Acoustic Instinct (2007), Sibylle Merklin (2008), Marcin Grochowina (2009)
Zelt-Musik-Festival GmbH, Organisationsbüro, Rehlingstr. 6e, 79100 Freiburg, Tel. (0761) 50 40 333, E-Mail: office@zmf.de, Internet: http://www.zmf.de
[07/2009]
Landesjazzpreis Baden-Württemberg
Auszeichnung junger deutscher Jazzmusiker, die ihren Wohnsitz in Baden-Württemberg haben; Dotierung: 15.000 Euro und ein Preisträgerkonzert; Eigenbewerbungen nicht möglich; über die Vergabe des Preises entscheidet eine Fachjury, Kontakt: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg, Königstraße 46, 70173 Stuttgart, Tel. (0711) 279-0, Fax (0711) 279-3080, e-mail: poststelle@mwk-bw.de, e-mail: jazzpreis@jazzverband.de, Internet: http://www.mwk-bw.de
Preisträger: Reiner Tempel (2002), Frank Kroll und Veit Hübner (2003), Jo Ambros (2004), Thomas Siffling (2005), Torsten Krill (2006), Kristjan Randalu (2007), Bodek Janke (2008), Axel Kühn (2009)
[07/2009]
Biberacher Jazzpreis. Internationaler Wettbewerb für junge Jazzmusiker
Der Biberacher Jazzpreis ist ein internationaler Wettbewerb für junge Jazzmusiker und -musikerinnen. Er wurde 1990 vom Jazzclub und von der Stadt Biberach „zur Förderung der Idee des Jazz als zeitgemäßer Kunstform“ ins Leben gerufen und erfreut sich zunehmend größerer Beliebtheit. Das Teilnehmerfeld in den letzten Jahren wurde zunehmend hochkarätiger, der Wettbewerb zu einer gefragten Alternative der großen Wettbewerbe auf Landes- und Bundesebene. In der Endausscheidung in der Stadthalle Biberach spielen die drei besten Teilnehmer aus der Vorentscheidung im Preisträgerkonzert die Rangfolge untereinander aus.
Teilnahmebedingungen:
In Anlehnung an die Bedingungen von „Jugend jazzt“ und „Jugend musiziert“ beträgt das Höchstalter der Teilnehmer 25 Jahre, bei Ensembles zählt das Durchschnittsalter. Die Teilnahme am Biberacher Jazzpreis steht jedoch auch (Jazz-) Studenten an Musikschulen und Musikhochschulen sowie bereits kommerziell tätigen Musikerinnen und Musiker offen. Stilistische oder besetzungsmäßige Einschränkungen gibt es keine.
Anmeldung und Demo-Aufnahmen
Spätester Termin für die formlose Anmeldung (z.B. per E-Mail) sowie für die Einsendung von Demo-Aufnahmen ist der 31. Januar des Jahres (2010 am 10. Februar). In der Anmeldung sollten folgende Angaben enthalten sein:
Name, Adresse, Besetzungsliste mit Altersangaben und Angaben zum Ausbildungsgang, Bandbeschreibung, Bandfoto als jpg-Datei, Demoaufnahme (CD in gängigen Formaten wie wav oder mp3).Die Bekanntgabe der Teilnehmer an der Endausscheidung erfolgt bis Anfang März.
Jury und Endausscheidung
Renommierte Jazzmusiker und -pädagogen sowie Fachleute aus der Medienbranche, bei der Endausscheidung außerdem noch das Publikum mit einer weiteren Stimme, bilden die Jury, in der voraussichtlich Cornelius Claudius Kreusch (Juryvorsitz), Joo Krauss, Prof. Frank Sikora, Immanuel Brockhaus, Dr. Raimund Kast, Dr. Helmut Schönecker und MD Andreas Winter sitzen werden.
Die Endausscheidung erfolgt meist im April (2010 am 24. April) in der Stadthalle Biberach.
Die Dauer der Beiträge in der Endausscheidung ist auf 30 Minuten begrenzt.
Preise & KostenerstattungDie ersten drei Preise werden als Geldpreise ausgewiesen.
1. Preis: 1.200 EUR
2. Preis: 600 EUR
3. Preis: 300 EURAnfallende Übernachtungs- bzw. Fahrtkosten der Teilnehmer werden anteilig vom Veranstalter erstattet.
Kontakt & Auskunft
Anmeldung / Demo-Einsendungen
Jazzclub Biberach e.V.
c/o Bruno-Frey-Musikschule
Wielandstraße 27
88400 Biberach an der Riss
e-mail: bewerbung@jazzpreis-biberach.deRückfragen:
Dr. Helmut Schönecker
Telefon 07355 / 8152
e-mail info@jazzpreis-biberach.de
Kunststiftung Baden-Württemberg
Art der Förderung: Jährliche Vergabe von Stipendien in den Bereichen Bildende Kunst, Video, Darstellende Kunst, Literatur und Musik (Komposition, Interpretation, auch während des Studiums). Im Bereich Musik Stipendien in Höhe von 5.000, 7.000 oder 10.000 Euro sowie Möglichkeit eines Zuschusses zu einem Projekt.
Voraussetzung: Die Altersgrenze für eine Bewerbung liegt bei 35 Jahren. Die Künstler müssen ihren ersten Wohnsitz in Baden-Württemberg haben oder hier geboren sein. Die deutsche Staatsangehörigkeit ist nicht vorgeschrieben. Bei der Entscheidung über eine Förderung wird ausschließlich die Begabung des Bewerbers berücksichtigt.
Kontakt: Kunststiftung Baden-Württemberg, Gerokstraße 37, 70184 Stuttgart, Tel. (0711) 236 47 20, Fax 0711/236 1049,e-mail: info@kunststiftung.de, Internet: http://www.kunststiftung.de [07/2009]
Stuttgarter Zeitung, 12. Februar 2002:
Wie kommen Jazzer in die Kunststiftung?Herr Zbik, wie sind Sie zu dem Stipendium gekommen?
Wir haben den normalen Weg beschritten, über Formulare und Musikbeispiele, dann wurden wir eingeladen und mussten vorspielen. Wir kannten auch die anderen Bewerber, was für uns sehr interessant war. Da waren tolle Instrumentalisten dabei, von denen man sich eine Scheibe abschneiden kann.Warum glauben Sie, ist die Wahl dann auf Sie beide gefallen?
Ich will nicht behaupten, wir hätten Kollegen übertrumpft, sondern will es anders auffassen: Das Stipendium ist eine Förderung eines Gesamtprojektes. Dazu gehören zum Beispiel auch Schmollmund als künstlerische Plattform oder der Tearoom als Spielort. Gefördert wird somit das Resultat einer Arbeit, an der viele Leute beteiligt sind. Nicht nur wir zwei.Halten Sie die Entscheidung für richtungsweisend für die Nachwuchsförderung im Land?
Ich denke, die Jury hat gespürt, dass hier etwas passiert, etwas Zeitgemäßes, etwas Neues, das es zu fördern lohnt.Ist Ihre Form von Jazz so neu?
Jazz an sich ist niemals völlig neu. Es gehört aber immer auch der Zeitgeist dazu. Unsere Art und Weise, ihn zu spielen, ist, den Intellekt auszuschalten und eine Szenerie zu schaffen, von welcher auch das Publikum ein Teil ist.Wie werden Sie die Fördersumme von 10 000 Euro einsetzen?
Axel und ich teilen uns ein Vollstipendium. Das reicht nicht zum Abheben, ist aber genug, um bereits in Gang befindliche Projekte weiter zu betreiben. Die Kunststiftung trägt das Ganze aber auch auf eine völlig andere Ebene der Öffentlichkeit. Das muss man beobachten. In jedem Fall haben wir jetzt ein erweitertes Forum.
