Darmstadt Jazz News

1. - 30. APRIL 2010


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30. April 2010

Miles Davis

Anlässlich der Eröffnung einer großen Miles-Davis-Ausstellung in Montréal spricht Alain Martineau mit Miles' Sohn Erin Davis (Winnipeg Free Press). Erin erzählt etwa vom Bewusstsein seines Vaters für Kleidung und Mode. Miles sei "wahrscheinlich nicht gerade der durchschnittlicher Ich-zeigt-dir-mal-wie-man-Baseball-spielt-Dad", sagt Erin, aber er habe ihm eine Menge "über das Leben, die Mode, die Frauen" beigebracht. Die Ausstellung "We Want Miles" im Montréal Museum of Fine Arts, die von der Cité de la Musique in Paris kuratiert wurde, wird vom 30. April bis zum 29. August zu sehen sein. Ausgestellt werden etwa Miles' Instrumente, seine Bühnenkleidung, Partituren einiger seiner bedeutendsten Plattenprojekte, persönliche Korrespondenz, Interviews, Fotos, Filmausschnitte und vieles mehr. Wir konnten im Dezember die Pariser Ausstellung sehen und empfehlen den Besuch in Montréal aus vollem Herzen. Der ursprünglich auf Französisch publizierte Katalog der Ausstellung wird übrigens für Montréal auch in einer englischsprachigen Ausgabe vorgelegt. Oh, und einige der kleineren Exponate stammen aus der Sammlung des Jazzinstituts Darmstadt.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Miles Davis.

On the occasion of the opening of a big Miles Davis exhibition in Montréal, Alain Martineau speaks with Miles' son Erin Davis (Winnipeg Free Press). Erin talks about his father's awareness for clothes and fashion. Miles was "probably not your average sort of 'teach-you-how-to-play-baseball kind-of dad", says Erin, but he taught him a lot "about life, fashion, women". The exhibition "We Want Miles" at the Montréal Museum of Fine Arts which had been developed and organized by the Cité de la Musique in Paris, will run from April 30th to August 29th. Among the exhibits are Miles' instruments, his clothes, scores for some of his major recording projects, personal correspondence, interviews, photos, film clips and much more. Having seen the Paris exhibition in December we can strongly recommend a visit to Montréal. The original French catalogue will be re-published along with an English version. (Oh, and some of minor exhibits come from the archive of the Jazzinstitut Darmstadt…)

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Miles Davis.

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29. April 2010

Bill Charlap

Mark Stryker spricht mit dem Pianisten Bill Charlap, dessen "anmutige Lyrik", wie er schreibt, "den Detroit Jazzlegenden Tommy Flanagan und Hank Jones zuzwinkert" (Detroit Free Press). Die beiden sprechen über die Chemie innerhalb einer Working Band (Charlap spielt seit fast einem Dutzend Jahren mit Peter Washington und Kenny Washington zusammen), über das Repertoire des Great American Songbook, darüber, wie man die Tradition wahren und es trotzdem schaffen kann, eine eigene Position darin zu finden, sowie über das Gleichgewicht zwischen raffinierten Arrangements und der Freiheit die Musik atmen zu lassen.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Bill Charlap.

Mark Stryker talks to the pianist Bill Charlap whose "graceful lyricism" he says "winks at Detroit legends Tommy Flanagan and Hank Jones" (Detroit Free Press). They speak about the chemistry in a working band (Charlap plays with Peter Washington and Kenny Washington since nearly a dozen years), about the repertoire from the Great American Songbook, about respecting the tradition and yet trying to find your own position within it, and about the balance between a refined arrangement and the freedom for the music to breathe.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Bill Charlap.

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28. April 2010

jazzahead!

Die Messe "jazzahead!" in Bremen ermöglichte wieder einmal Begegnung und Vernetzung für viele in der europäischen (und weltweiten) Jazzwelt. 276 Aussteller und viele Besucher waren letztes Wochenende zusammengekommen, um über die Situation des Jazz in Deutschland, Europa und anderswo, über neue Projects und die aktuelle Entwicklung des Jazz zu sprechen, über Herstellung, Vermarktung, Verkauf und Förderung der Jazzmusik. Aber nicht nur das Jazzbusiness war auf der Messe präsent, also Plattenlabels, Agenturen, nationale Informationszentren für Musik, sondern auch die Musiker selbst. Sie spielen beispielsweise beim German Jazz Meeting, einem zweitägigen Showcase-Festival, bei dem einem internationalen Publikum aus Festival- und Club-Bookern, Journalisten und sonstigen Multiplikatoren aktuellen Projekte aus Deutschland vorgestellt wurden und das allgemein als Höhepunkt der gesamten Veranstaltung gelobt wurde, sondern auch die Musiker kamen, um sich zu vernetzen und bei den jüngsten Aktivitäten mitzuhelfen, den zum Jazz zurück ins Bewusstsein eines breiteren Publikums wie auch der deutschen Kulturpolitik zu bringen. Das Jazzinstitut Darmstadt war ebenfalls mit einem Stand vertreten, außerdem als Mitveranstalter des German Jazz Meeting. Einige Berichte: Hamburger Abendblatt, Deutsche Welle, Der Standard, Neue Musikzeitung.

The trade fair "jazzahead!" in Bremen was a meeting and networking place for many in the European (and worldwide) jazz world. 276 exhibitors and many visitors met last weekend to talk about the situation of jazz in Germany, Europe and elsewhere, about new projects and the current development of jazz, about making, marketing, selling, funding jazz music. But not only the trade was present, record labels, agents, national music information centers, but also musicians themselves. They came to play, for instance at the German Jazz Meeting, a two-day showcase festival of current projects from Germany staged by the German Jazz Meeting association and praised to be the high point of the whole event, but also to network, and thus to help the recent activities to bring jazz back both into the spotlight of the audience and into the awareness of German cultural politics. The Jazzinstitut was present as well, with a stand and as co-organizers of the German Jazz Meeting. Some reviews: Hamburger Abendblatt, Deutsche Welle, Der Standard, Neue Musikzeitung.

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26. April 2010

Pizza on the Park

Der Londoner Jazzclub Pizza on the Park wird wohl nächsten Monat schließen, weil die Besitzer der Immobilie, in dem der Club untergebracht ist, das Gebäude in ein Boutique-Hotel umwandeln wollen (The Guardian). In dem 28-seitigen Planungsbericht, der der City of Westminster vorliegt, ist keine Rede von der künftigen Verwendung des Kellers, in dem bislang der Club zu Hause war. Es gäbe noch Zeit für Protest, heißt es im Artikel, aber diese Zeit werde langsam knapp.

The London jazz club Pizza on the Park might close next month as the owners of the building plan to turn the site into a boutique hotel (The Guardian). No mention is made in the 28 pages long resolution of the City of Westminster planning committee about the use of the basement. There is still time to protest, says the author, but time is running short.

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21. April 2010

jazzahead!

Von Donnerstag bis Sonntag findet in Bremen die jazzahead statt, eine Jazz-Messe, die als Treffpunkt der europäischen Jazzszene dient (www.jazzahead.de). Das Jazzinstitut mit allen Mitarbeitern an einem eigenen Stand präsent sein (Stand B11), es ist außerdem an der Ausrichtung des German Jazz Meeting beteiligt, eines alle zwei Jahre stattfindenden Showcase-Festivals, bei dem sich zwölf namhafte deutsche Jazzprojekte einem geladenen Publikum nationaler wie internationaler Konzertveranstalter und natürlich dem normalen Messepublikum präsentieren. Wenn Sie in Bremen sind, schauen Sie doch mal vorbei.

From Thursday till Sunday the German city of Bremen will host "jazzahead!", a jazz trade show which serves as a meeting place for the European jazz scene (www.jazzahead.de). The Jazzinstitut will be present with its whole staff at stand B11; the Jazzinstitut is also involved in the German Jazz Meeting, a bi-annual showcase festival which will present the richness and variety of the contemporary German jazz and improvisation scene to an international and national audience. If you happen to be in Bremen, make sure to say hello.

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20. April 2010

Louise Tobin

Jessica Harp berichtet über die 92 jährige Sängerin Louise Tobin, deren Leben zur Zeit in einer Ausstellung im Women's Museum in Dallas, Texas dokumentiert wird (Pegasus News). Die in Denton, Texas, geborene Sängerin war mit Harry James verheiratet, bevor dieser zu einem großen Star wurde, und hatte in den späten 1930er Jahren als Sängerin des Benny Goodman Orchestra gearbeitet. Nach ihrer Scheidung von James 1943 zog sie zurück nach Texas und trat erst 20 Jahre später wieder ins Rampenlicht, als sie eine neue Platte aufnahm und beim Newport Jazz Festival mit Louis Armstrong auftrat. Dort lernte sie den Klarinettisten Peanuts Hucko kennen, den sie 1967 heiratete. Tobin war selbst bei der Ausstellungseröffnung am vergangenen Wochenende anwesend.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Louise Tobin.

Jessica Harp reports about the 92 year old singer Louise Tobin whose life is documented in an exhibition at The Women's Museum in Dallas, Texas (Pegasus News). The Denton-born Tobin had been married to Harry James before he became a popular star and had been a featured singer with Benny Goodman's orchestra in the late 1930s. She moved back to Texas after her divorce in 1943 and was out of the spotlight for more nearly 20 years. In the mid-1960s she recorded again, performed with Louis Armstrong at the Newport Jazz Festival and met the clarinetist Peanuts Hucko whom she married in 1967. Tobin attended the opening of the exhibition last weekend.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Louise Tobin.

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19. April 2010

Eyjafjallajökull

Die Asche des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull hat seit letztem Freitag die europäischen Flughäfen geschlossen. Das hat nichts mit Jazz zu tun, außer, dass Jazzmusiker eben auch fliegen müssen um zu ihren Auftrittsorten zu gelangen. Das Quartett des polnischen Saxophonisten Adam Pieronczyk, der am Freitag im Rahmen eines Programmschwerpunktes "Jazz in Polen" ein Konzert im Jazzinstitut Darmstadt gab, hatte Glück, weil die Musiker bereits am Tag zuvor angereist waren. Ihr Rückflug aber wurde storniert, so dass sie den Bus zurück in ihre Heimatstadt Krakau nehmen mussten, was die Reisedauer von einer auf fünfzehn Stunden verlängerte. Das Jazzfestival in Mindelheim musste improvisieren, weil einige der gebuchten Musiker nicht anreisen konnten (Augsburger Allgemeine). Die Mitglieder des James Morrison Quartet waren in London gestrandet, doch es gelang den Organisatoren einige deutsche Musiker zu finden, die bereits mit Morrison gespielt hatten, und die sofort in überfüllte Züge sprangen, nur um bei ihrer Ankunft festzustellen, dass Morrison selbst, der aus Australien kam, auf seiner Reise in Singapur feststeckte. Die Festivalorganisatoren taten schließlich zwei Musiker der Band Cuba Percussion auf, die selbst in der Nähe von Mindelheim gestrandet waren und nun mit dem Ersatz-Morrison-Trio spielten. Das Konzert der norwegischen Sängerin Kristin Asbjorsen bei demselben Festival musste komplett abgesagt werden. Auch die klassische Welt musste ihre Programme durch die Aktivitäten des Vulkans umbesetzen, wie Daniel J. Wakin berichtet (New York Times). Die Sängerin Dee Dee Bridgewater hatte das Glück, noch einen Mietbus zu ergattern, um mit ihrer Band von Stuttgart nach London zu gelangen, wo sie wenige Stunden vor ihrem angekündigten Auftritt ankam.

Iceland's volcano Eyjafjallajökull blows ashes into the air, and Europe's airports are closed since last Friday. That has nothing to do with jazz except that musicians also have to fly. The quartet of the Polish saxophonist Adam Pieronczyk who played a concert at the Jazzinstitut Darmstadt's event "Jazz in Poland" last Friday luckily arrived the day before, but their flight back was cancelled, so they had to take a bus back to their hometown of Krakow, stretching the originally booked one-hour flight into a 15-hour bus drive. The festival in Mindelheim, Germany, had to improvise as several of the musicians on its program couldn't make it (Augsburger Allgemeine). The musicians of James Morrison's quartet were stranded in London; the organizers found some German musicians who had played with Morrison before who jumped on full trains only to find that Morrison himself who came from Australia couldn't leave Singapore. The festival organizers then hired two musicians of the band Cuba Percussion who were themselves stranded near Mindelheim to play with the substitute Morrison trio. The concert of the Norwegian singer Kristin Asbjorsen at the same festival had to be cancelled. The classical world, too, had to shuffle its programs around due to the volcano, as Daniel J. Wakin reports (New York Times), and singer Dee Dee Bridgewater was lucky to still find a rental bus to bring her and her band from Stuttgart to London where she arrived several hours before her performance.

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17. April 2010

Tony Lakatos

Josef Engels spricht mit dem in Frankfurt lebenden Saxophonisten Tony Lakatos über das Ergebnis der Wahlen in seinem Heimatland Ungarn (Welt Online). Lakatos wurde als Sohn einer Roma-Geigers in Budapest geboren und ist über die öffentliche Zurschaustellung von Antisemitismus, Intellektuellenfeindlichkeit und den Hass auf die Roma-Bevölkerung in Ungarn besorgt. Vor kurzem hatte er eine CD herausgebracht, auf der er seine eigenen musikalischen Wurzeln als Roma erforscht hatte. Sein Vater wollte, dass er ein Roma-Musiker werde, dann aber hörte Lakatos ein Konzert Duke Ellingtons und beschloss, stattdessen Jazzmusiker zu werden. Er habe in seiner Jugend keine Diskriminierungen erfahren. Seine Hoffnung sei, dass die Mehrheit der Menschen "nicht so dumm wie diese paar Leute" sei, denen in der Wahl der politische Rechtsruck gelungen ist.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Tony Lakatos.

Josef Engels talks to the saxophonist Tony Lakatos, a German resident, about the result of the elections in his home country Hungary (Welt Online). Lakatos was born as the son of a Roma violinist in Budapest and is scared by the public display of anti-Semitism, anti-intellectualism and hatred for the Roma population in Hungary. Lakatos had recently recorded a CD exploring his own musical Roma roots. His father had wanted him to become a Roma musician but then Lakatos heard Duke Ellington in concert and decided to become a jazz musician instead. He didn't experience discrimination when he was a child. His hope is that the majority of people are "not as stupid" as the political swing to the right might suggest.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Tony Lakatos.

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16. April 2010

Tomasz Stanko

Der polnische Trompeter Tomasz Stanko spielt eine Woche im New Yorker Birdland Jazzclub, und sowohl Nate Chinen (New York Times) wie Patrick Cole (Bloomberg News) hören ein paar Sets. Am Dienstag spielte Stanko in der Mitte des ersten Sets eine Elegie mit dem Titel "April 10th", die an die Opfer des Flugzeugabsturzes in Smolensk, Russland, erinnern sollte, bei dem der Präsident seines Landes sowie Dutzende prominenter polnischer Persönlichkeiten ums Leben kamen. Seine Art der Trauer, erklärt Stanko, sei es, Musik zu machen.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Tomasz Stanko.

Polish trumpeter Tomasz Stanko plays a week at the Birdland jazz club in New York, and both Nate Chinen (New York Times) and Patrick Cole (Bloomberg News) attend a set or two. On Tuesday he played an elegy called "April 10th" in the middle of his first set to honor the victims of the plane crash in Smolensk, Russia, that killed his country's president and dozens of other prominent Polish officials. His way of mourning, explains Stanko, is to play music.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Tomasz Stanko.

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15. April 2010

Hamburg, Germany

Tom R. Schulz berichtet über Spannungen zwischen der Hamburger Jazzszene und der Senatsverwaltung, aber offenbar auch innerhalb der Hamburger Jazzszene selbst (Hamburger Abendblatt). Die oppositionelle SPD hatte eine große Anfrage an die Kultur-Senatsverwaltung zur Situation des Jazz in die Hansestadt eingebracht, die von dieser im Februar in einem langen Papier beantwortet wurde. Der Verein Jazzhaus Hamburg ist mit der Antwort der Stadt nicht zufrieden. Er sieht viele Probleme, vor allem in Hinblick auf die Finanzierung von Clubs, Spielmöglichkeiten für Musiker, die Jazzausbildung. So habe die Stadt vor sieben Jahren beispielsweise die Förderung von Proberäumen für Jazzmusiker eingestellt. Der Verein kritisiert aber auch die Aktivitäten des Jazzbüros Hamburg, das von der Stadt jährlich unterstützt wird, aber, so das Jazzhaus Hamburg, kein "Sprachrohr der Hamburger Jazzszene mehr" sei. Schulz fasst die Situation zusammen: Die Szene habe eine schlechte Verhandlungsposition, wenn sie schon in sich selbst zerstritten sei.

Tom R. Schulz reports about tensions between the jazz scene and the city government of the German port city of Hamburg, but obviously also within the Hamburg jazz scene itself (Hamburger Abendblatt). The Social Democratic Party, one of the opposition parties in the city parliament, had put in an official enquiry about the situation of jazz in the city which was answered in a long statement by the city's cultural office in February. The Jazzhaus Hamburg, an association of jazz friends, is not happy with the city's statement. The association sees many problems, especially in regard to funding of clubs, concerts and jazz education. The city has stopped funding rehearsal spaces for jazz musicians seven years ago. The association criticizes the activities of the Jazzbüro Hamburg (Hamburg jazz office) which is funded by the city but, according to the association, no longer represents the jazz scene. Schulz summarizes these fights within the city's jazz world by stating that the scene will not have a strong bargaining hand if it is split as it seems to be.

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14. April 2010

Esperanza Spalding

Tara Dooley trifft auf die Bassistin und Sängerin Esperanza Spalding und spricht mit ihr über ihre sehr unterschiedlichen Projekte und ihren bevorstehenden Umzug von Austin, Texas, nach New York City (Houston Chronicle). Sie sei einfach zu beschäftigt, erklärt Spalding, um weiter zu pendeln und müsse sich daher für einen Ort entscheiden. Dooley spricht mit einem Konzertveranstalter vor Ort über Spaldings populäre Anziehungskraft, die vor allem daher rühre, dass sie zwischen den verschiedenen Menschen in ihrem Publikum Brücken bauen könne und außerdem ein jüngeres Publikum anspreche. Spalding selbst spricht über ihr jüngstes "Chamber Music Society"-Projekt, in dem sie Jazz-Sounds mit einem Streichtrio vereint, sowie über ihr nächstes Projekt, "Radio Music Society", das Songs enthalten soll, die von Stevie Wonder und anderen inspiriert sind.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Esperanza Spalding.

Tara Dooley meets with bassist and singer Esperanza Spalding to talk about her very diverse projects and her move from Austin, Texas, to New York City (Houston Chronicle). Her career got so busy, Spalding explains, that she didn't have the time to run back and forth anymore, so she had to choose one place. Dooley talks to a local concert organizer about Spalding's popular appeal which comes from the fact that she bridges a lot of audiences and also speaks to a younger crowd. Spalding herself talks about her recent "Chamber Music Society" project in which she combines the jazz sound with a string trio and her next project, "Radio Music Society" which will feature songs inspired by Stevie Wonder and others.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Esperanza Spalding.

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12. April 2010

Herbie Hancock

Der April scheint ein Geburtstagsmonat zu sein: Auch Herbie Hancock feiert, und zwar seinen 70sten, und vor allem deutsche Feuilletons gratulieren (Frankfurter Allgemeine Zeitung, Mannheimer Morgen, Welt Online, Der Tagesspiegel). In allen Artikeln wird Hancock für seine musikalische Vielseitigkeit gepriesen, für sein nonchalant-lässiges Überschreiten der Grenzen zwischen Jazz und Pop.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Herbie Hancock.

It seems to be birthday month, as Herbie Hancock celebrates his 70th, and German newspapers congratulate (Frankfurter Allgemeine Zeitung, Mannheimer Morgen, Welt Online, Der Tagesspiegel). In all the articles Hancock is lauded for his musical versatility, for crossing the borders between jazz and pop in such a nonchalant way.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Herbie Hancock.

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11. April 2010

Brünn / Brno

Daniel Konrád spricht mit dem Gitarristen Patrik Hlavenka über den ersten Jazzstudiengang in der Tschechischen Republik an Janáček Musikakademie in Brünn, der zur Zeit einen Bachelor- (und in Zukunft wohl auch einen Master)-Abschluss im Fach Jazz anbietet (Hospodářské noviny). Bisher gab es nur im Jaroslav-Ježek-Konservatorium in Prag Jazzkurse innerhalb ihrer VOŠ (Hochschule für Jazz). Da diese aber keine akademischen Grade vergeben konnte, wichen tschechische Musiker zum Studium oft ins Ausland aus, sei es nach Katovice (Polen), Graz (Österreich) oder in die USA. Der neue Jazz-Studiengang an der Janáček-Akademie wird mit dem Jazzfest Brno kooperieren, bei dem dann etwa ausgesuchte Studentenensembles auftreten sollen oder das Meisterkurse mit beim Festival engagierten Musikern plant. (Dank an Lubomír Dorůžka für diesen Beitrag)

Daniel Konrád talks to the guitarist Patrik Hlavenka about the first jazz course offering a bachelor (and planning for a future master) degrees in jazz in the Czech Republic at the Janáček Academy of Music in Brno (Hospodářské noviny). Up till now, only the Jaroslav Ježek Conservatory in Prague offered jazz courses within its VOŠ (Higher School of Jazz). As this school could not issue any academic degrees, Czech musicians often studied abroad, be it in Katovice (Poland), Graz (Austria) or in the USA. The new jazz program at the Janáček Academy will also cooperate with the Jazzfest Brno which will feature selected student ensembles or offer master classes with international musicians playing at the festival. (Thanks to Lubomír Dorůžka for this item)

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10. April 2010

Emil Mangelsdorff

Oliver Teutsch gratuliert dem Altsaxophonisten Emil Mangelsdorff zum 85. Geburtstag, den er am Sonntag feiern kann (Neue Musikzeitung). Mangelsdorff konzertiert nach wie vor regelmäßig auf Tourneen sowie an jedem ersten Montag des Monats in einer Konzertreihe in Frankfurt. Mangelsdorff kam in den frühen 1940er Jahren zum Jazz und wurde von den Nazis wegen seiner Liebe zum Jazz drangsaliert. Als Kriegsgefangener verbrachte er einige Jahre in Russland und kehrte erst 1949 in seine Heimatstadt Frankfurt zurück. Bald wurde er einer der wichtigsten Musiker der modernen deutschen Jazz-Szene, dessen Stil sowohl von Charlie Parkers Bebop und Blues als auch von Lee Konitzs Cool Jazz geprägt war. Neben Konzertreisen hält Mangelsdorff regelmäßig Vorträge an Schulen über seine Erfahrungen im Dritten Reich und darüber, warum der Jazz ist für ihn eine höchst politische Musik ist.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Emil Mangelsdorff.

Oliver Teutsch pays tribute to the alto saxophonist Emil Mangelsdorff who turns 85 on Sunday (Neue Musikzeitung). Mangelsdorff still performs regularly, on tour and in a concert series in Frankfurt on every first Monday of the month. Mangelsdorff started playing in the early 1940s and got persecuted by the Nazi police for his love of jazz. He was a prisoner of war in Russia and only returned to his hometown Frankfurt in 1949. He became a mainstay on the German modern jazz scene strongly influenced both by Charlie Parker's bebop and blues as well as by Lee Konitz's brand of cool jazz. Apart from concert tours Mangelsdorff gives regular talks in schools about his experiences in the Third Reich and how jazz for him is a highly political music.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Emil Mangelsdorff.

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7. April 2010

Ravi Shankar

Al Gromer Khan gratuliert dem Sitar-Virtuosen Ravi Shankar zum 90sten Geburtstag (Süddeutsche Zeitung). Er erinnert an Shankars erste Konzerte in London, an seinen Einfluss auf Musiker anderer Genres, etwa den Beatle George Harrison, an stilübergreifende Konzerte mit André Previn, Zubin Mehta oder Jimi Hendrix. Er spricht von der seltsamen Liebe der Hippie-Bewegung zu Shankars Musik und Shankars eigener Skepsis gegenüber dieser Szene. Shankars Einfluss auf den Jazz allerdings erwähnt er nicht.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Ravi Shankar.

Al Gromer Khan pays homage to the sitar virtuoso Ravi Shankar on the occasion of his 90th birthday (Süddeutsche Zeitung). He recalls Shankar's first concerts in London, his influence on musicians from other genres, such as the Beatle George Harrison, his crossing of stylistic borders in concerts with André Previn, Zubin Mehta or Jimi Hendrix. He speaks of the strange love of the hippie movement to Shankar's music and of Shankar's own skepticism about this scene. Shankar's influence on jazz, however, he does not mention.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Ravi Shankar.

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6. April 2010

Fort Worth

Michael H. Price berichtet über ein Projekt der Fort Worth Public Library Jazz zur Dokumentation der städtischen Jazzgeschichte, das vom Archivar Tom Kellam initiiert wurde (Fort Worth Business Press). Kellam erzählt, wie er auf die Idee kam, weil er nur wage davon wusste, "dass mehrere ziemlich große Namen des Jazz irgendwie mit Fort Worth in Zusammenhang standen: Ornette Coleman, Dewey Redman und Ronald Shannon Jackson". Dann entdeckte er, dass Fort Worth " seit Jahrzehnten eine Musikkultur beheimatete, die mehrere Generationen an Jazzkünstlerin genährt hatte". Er las einen Artikel über Jazz in Texas von Dave Oliphant und beschloss, die Geschichte seiner Heimatstadt im Rahmen seiner Arbeit für die Public Library der Stadt zu dokumentieren.

Michael H. Price reports about the Forth Worth Public Library's jazz preservation project led by archivist Tom Kellam (Fort Worth Business Press). Kellam explains the origin of the idea, how he was "vaguely aware of the curious fact that several fairly big names in jazz had some connection with Fort Worth: Ornette Coleman, Dewey Redman and Ronald Shannon Jackson", and then discovered that Fort Worth "had for decades been home to a musical culture that nurtured several generations of jazz artist". He read an article on jazz in Texas by Dave Oliphant and decided to document that history of his hometown.

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5. April 2010

Dave Pell

Vicki Terwilliger berichtet über den Tenor-Saxophonisten Dave Pell, der in den 1950er Jahren einer der Stars der Les Brown Band of Renown war, dann sein eigenes Dave Pell Oktett gründete und Soundtracks für die Filmindustrie lieferte (Republican Herald). Pell gab in einer Ecke Pizzeria in Tower City, Pennsylvania, Autogramme, bevor er bei einer Tanzveranstaltung spielte. Er trat außerdem mit mehreren lokalen Bands in der Gegend auf. Pell spielt ein Instrument, das früher Lester Young gehörte, und dessen Restaurierung mehr als drei Monate in Anspruch nahm.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Dave Pell.

Vicki Terwilliger reports about the tenor saxophonist Dave Pell, who was one of the stars of the Les Brown Band of Renown in the 1950s, then formed his own Dave Pell Octet and provided soundtracks for the movie industry (Republican Herald). Pell signed autographs at a corner pizzeria on Tower City, Pennsylvania, before performing at a dance. He also appeared with several local bands in the area. Pell plays an instrument once owned by Lester Young which it took more than three months to restore.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Dave Pell.

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4. April 2010

Louis Andriessen

Allan Kozinn schreibt über den niederländischen Komponisten Louis Andriessen, dessen Arbeit auch von Jazz beeinflusst wurde (New York Times). Andriessen spricht über seine Vorlieben (die französischen Romantiker, Bach, Stan Kenton, The Supremes, Motown) und seine Abneigungen (die Beatles, Popmusik, deutsche Musik, Oper) und spricht dann über seine eigenen jüngste Oper (ja, auch wenn er solche eigentlich nicht mag ...) "La Commedia", die Mitte April in einer konzertanten Aufführung in der Carnegie Hall zu hören sein wird. Er wird außerdem einige seiner improvisatorischen Stücke zusammen mit der Sängerin Greetje Bijma aufführen. Andriessen spricht über die Bedeutung der Improvisation für seine kompositorische Arbeit, "seit ich als Kind Schellackplatten von Miles Davis und Charlie Parker kaufte", sowie über seine Idee vom Orchester und wie diese sich von der üblichen Instrumentierung in Sinfonieorchestern unterscheidet.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Louis Andriessen.

Allan Kozinn writes about the Dutch composer Louis Andriessen whose work was also influenced by jazz (New York Times). Andriessen talks about his likes (French Romantics, Bach, Stan Kenton, The Supremes, Motown) and dislikes (The Beatles, pop music, German music, opera) and then talks about his own latest opera (yes, even though he dislikes...) "La Commedia" which will be performed in a concert version in Carnegie Hall in mid-April. He also will perform some of his improvisation pieces together with the singer Greetje Bijma. Andriessen talks about the importance of improvisation for his work as a composer "ever since I was a kid and buying 78-r.p.m. records by Miles Davis and Charlie Parker”. He also talks about his idea of an orchestra and how it differs from the usual instrumentation in symphony orchestras.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Louis Andriessen.

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3. April 2010

Mike Zwerin (Bass-Trompete, Kritiker / bass trumpet, critic)
(born: 18.May 1930, New York; died: 2.Apr.2010, Paris/France)

Der Bass-Trompeter und Kritiker Mike Zwerin starb im Alter von 79 Jahren in Paris. Zwerin spielte 1949 kurz mit dem Miles Davis Nonet im New Yorker Royal Roost Club. Später trat er mit den Bigbands von Maynard Ferguson und Claude Thornhill auf. Seine zweite Karriere war die eines Schriftstellers und Jazzkritikers. Von 1964 bis 1971 schrieb er für die Wochenzeitung Village Voice, zum Schluss als deren europäischer Redakteur. Er ließ sich in Paris nieder, wurde 1979 Musikkritiker der International Herald Tribune und schrieb seit 2005 für Bloomberg News. Er veröffentlichte mehrere Bücher, darunter einen sehr persönlich gefärbten Blick auf den Jazz im Nazi-Deutschland. Nachrufe: www.bloomberg.com, Jazz Beyond Jazz, New York Times.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Mike Zwerin.

Mike Zwerin, bass trumpeter and critic, died in Paris at the age of 79. Zwerin's first claim to fame is the fact that he briefly performed with the Miles Davis Nonet at the Royal Roost club in new York in 1949. He later played with the big bands of Maynard Ferguson and Claude Thornhill. His second career was that of a writer and jazz critic, writing for the Village Voice from 1964 to 1971, at the end as the paper's European editor. He stayed in Paris, became the International Herald Tribune's music critic in 1979 and from 2005 wrote for Bloomberg News. He also published several books, among them a very personal look on jazz in Nazi Germany. Obituaries: www.bloomberg.com, Jazz Beyond Jazz, New York Times.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Mike Zwerin.

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