Jazz News
Jazz Nachrichten


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Wegen der zusätzlichen Aufgaben, die der Direktor des Jazzinstituts als Louis Armstrong Professor of Jazz Studies an der Columbia University in New York übernommen hat, werden wir die JazzNews für eine Weile unterbrechen. Wir werden den Newsletter Ende Mai, Anfang Juni automatisch wieder aufnehmen.

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Due to the Jazzinstitut's director's additional obligations as this spring semester's Louis Armstrong Professor of Jazz Studies at Columbia University in New York we will have to discontinue this newsletter for the next couple of months. We will automatically take it up again some time in late May, early June, 2008.

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Eine Nachricht vom Autor (Zusammensteller) dieser JazzNews:
Meine New Yorker Aktivitäten als Louis Armstrong Professor of Jazz Studies an der Columbia Universität nehmen zusammen mit zusätzlicher Arbeit für das Jazzinstitut Darmstadt erhebliche Zeit in Anspruch. Aus diesem Grund müssen wir den Jazz-News-Service für eine Weile einstellen. Wir werden weiterhin sporadisch interessante Nachrichten online stellen, aber insbesondere den E-Mail-Service für die nächsten Monate nicht fortführen. Berichte über meine Erlebnisse in New York finden sich im "Jazzbrief aus New York". Ab Mitte Mai bin ich zurück in Darmstadt, dann werden wir diesen Service langsam wieder aufnehmen. Vielen Dank für Ihr Verständnis. --- Wolfram Knauer

Note from the compiler of JazzNews:
Due to the fact that my New York activities as Louis Armstrong Professor of Jazz Studies at Columbia University plus additional work for the Jazzinstitut Darmstadt from afar take up a lot more time, we will have to pause the Jazz News Service. We will sporadically put interesting entries onto the website, but discontinue the e-mail service for the next couple of months. I will be back in Darmstadt from mid-May at which time we will slowly start this service again. A report about my New York experiences (in German) can be found in our "JazzLetter from New York". Thanks for your understanding. --- Wolfram Knauer


25. Januar 2008

Keith Jarrett

Vor 25 Jahren begann Keith Jarrett im Trio mit dem Bassisten Gary Peacock und dem Schlagzeuger Jack DeJohnette zusammenzuspielen. Das erste Stück, das sie ohne Probe oder Arrangement in einem Studio in Manhattan einspielten, war "The Masquerade Is Over", schreibt Charles J. Gans (San Francisco Chronicle). Die drei hatten keine Vorstellung davon, dass diese Partnerschaft 25 Jahre lang anhalten sollte. Um das Jubiläum zu feiern, hat das deutsche ECM-Label eine CD-Box veröffentlicht, die die ersten Sessions aus dem Jahr 1983 enthält, bei der das Trio vor allem Standards spielte, aber auch einige freiere Improvisationen der Gruppe, Während all dieser Zeit arbeitete Jarrett mit keinen anderen Jazzmusikern mehr zusammen, ausgenommen Paul Motian, der 1992 für DeJohnette einsprang. In jenen Jahren war Jarretts Idee, Standards zu spielen, fast "eine radikale Tat", wie Gans schreibt; und Jarrett selbst fügt hinzu: "Jazzmusiker müssen nicht immer Türen aufbrechen, auch in den Räumen gibt es Musik."

25 years ago, pianist Keith Jarrett started his trio with bassist Gary Peacock and drummer Jack DeJohnette, playing "The Masquerade Is Over" in a Manhattan recording studio without rehearsal or any arrangement, as Charles J. Gans reports (San Francisco Chronicle). They had no idea that this partnership would last for 25 years. To celebrate the anniversary, the German ECM label releases a CD box containing the first sessions from 1983 with the trio playing mostly standards as well as some freer improvisations by the group. Over that time, Jarrett has not worked with any other jazz musician with the exception of Paul Motian who subbed for DeJohnette in 1992. At the time, playing standards for a musician of Jarrett's standing was "a radical notion", writes Gans, and Jarrett himself adds, "Jazz musicians don't have to always break down doors, there's music inside the rooms too."


23. Januar 2008

Les 7 Lezards

Mike Zwerin berichtet über den kürzlich geschlossenen Jazzclub Les 7 Lezards, einen gemütlichen Kellerclub im Marais-Viertel von Paris (Bloomberg.com). Der Club fasst gerade mal 55 Leute, war aber von großer Bedeutung für die französische Jazzszene. Die Besitzerin, Caroline Volcovici, sucht jetzt nach einem neuen Ort für ihren Club, vielleicht einen, in dem sie weniger Eintritt nehmen kann in der Hoffnung, das durch besseren Getränke- und Essensumsatz wettzumachen. Zwerin berichtet auch, dass der Club Duc des Lombards im Februar wieder öffnen wird, und dass kürzlich ein neuer Club, Les Disquaires, in der Nähe der Bastille aufgemacht hat, der nach Mitternacht eine Diskothek, davor aber ein swingender Jazzclub ist.

Mike Zwerin reports about the recently closed Les 7 Lezards, a cosy basement club in the Marais wuarter of Paris (Bloomberg.com). It only held an audience of about 55 people but was very influential for the Parisian jazz scene. The owner, Caroline Volcovici, is looking for a new venue now where she hopefully can charge a lesser cover at the door, gaining the rest by what people drink or eat. Zwerin also reports that the Duc des Lombards will reopen in February, and that a new club, Les Disquaires, recently opened near the Bastille, a discotheque after midnight and a swinging jazz joint before.


19. Januar 2008

Andrej Hermlin

Der Berliner Swing-Bandleader Andrej Hermlin wurde vor der Abreise aus Kenia am 17. Januar verhaftet (Die Welt). Die kenianische Regierung begründete die Festnahme Hermlins und zweier anderer Europäer mit Terrorverdacht. Hermlin, der mit einer Kenianerin verheiratet ist, steht der Oppositionsbewegung im Land nahe. Am 18. Januar war Herlmin wieder frei und konnte seine Heimreise nach Deutschland antreten (Frankfurter Rundschau).

The Berlin-based swing bandleader Andrej Hermlin was arrested before his departure from Kenya on January 17th (Die Welt). The government justified the Hermlin's and two other Europeans' arrest with suspicion of terrorist activities. Hermlin whose wife is from Kenya, is close to the opposition movement in the country. He was released one day later and could travel home (Frankfurter Rundschau).


18. Januar 2008

Cindy Blackman

Die Schlagzeugerin Cindy Blackman hat vergangenen Juni die Rockband von Lenny Kravitz verlassen und spielt lieber in schummrigen Jazzclubs, berichtet Patrick Cole (Bloomberg). Jazz sei die kreativste Musik, die sie sich vorstellen könne, sagt Blackman, die am 21. Januar im Jazz Standard in New York ihre neue CD vorstellen wird. Sie spielte 15 Jahre lang mit Kravitz, was ihr einigen Ruhm einbrachte, insbesondere durch ihre Rolle im Video "Are You Gonna Be My Way?", in der sie eine Frau darstellt, die sich als Schlagzeugerin in der Männerwelt durchschlägt. Kravitz habe sie 1993 engagiert, nachdem sie ihm etwas durchs Telefon vorgespielt habe. Neben ihrer Jazzarbeit wird sie auch weiter hin auf der Rockszene aktiv bleiben.

The drummer Cindy Blackman left the rock band of Lenny Kravitz last June and now prefers playing in dimly lit jazz clubs, as Patrick Cole reports (Bloomberg). Jazz "is the highest form of music that you can play because of the creative requirements", says Blackman who will release her new CD at New York's Jazz Standard in January 21st. She played with Kravitz for 15 years, earning quite some reputation, especially through her role of a female drummer making it in a men's world in the video "Are You Gonna Be My Way?". Kravitz hired her in 1993 after she had auditioned through the telephone. Besides playing jazz, she plans to also continue working in rock contexts.


17. Januar 2008

Apollo Theater

Das legendäre Apollo Theater in Harlem, New York, hat landesweit zu Spenden für die letzte Phase der Renovierung des Gebäudes und die Finanzierung von Anbauten aufgerufen, wie Samantha Gross berichtet (San Francisco Chronicle). Geplant ist eine Verdoppelung der Lobby-Raumkapazität, eine große zentral gelegene Treppe, außerdem die Restaurierung weiterer architektonischer Details. 37 Millionen Dollar wurden bereits ausgegeben, um die Sitze im Zuschauerraum zu ersetzen und die berühmte Markise vor dem Theater zu erneuern. 47 Millionen Dollar werden benötigt, um die noch geplanten Maßnahmen zu bezahlen, die bis Ende 2010 beendet sein sollen.

The legendary Apollo Theater in Harlem, New York, is aiming at the final phase of its restoration by beginning a national fundraiser in order to finance the work and additional expansions to the building, as Samatha Gross reports (San Francisco Chronicle). The plan is to double the lobby, build a grant center stairways replace and repaint other architectural details. 37 million dollars have already been spent for replacing the theater's seats and restoring the famous marquee. 47 million dollars are needed for the future restoration which is expected to be completed by the end of 2010.


16. Januar 2008

Pete Candoli (Trompete / trumpet)
(b: 28.Jun.1923, Mishawaka/IN; d: 11.Jan.2008, Studio City/CA)

Der Trompeter Pete Candoli starb am 11. Januar im Alter von 84 Jahren an Prostatakrebs in seinem Haus in Studio City, California. Candoli war weitgehend Autodidakt. Er spielte während des II. Weltkriegs in Woody Hermans First Herd, etablierte sich ab den 50er Jahren dann als Studiomusiker und begleitete Vokalisten wie Ella Fitzgerald, Peggy Lee, Judy Garland oder Frank Sinatra. Er trat oft mit seinem jüngeren Bruder Conte Candoli auf, der ebenfalls ein gefeierter Trompeter war. Nachruf: Los Angeles Times.

The trumpeter Pete Candoli died January 11th of prostate cancer at his home in Studio City, California, at the age of 84. Candoli was mostly self-taught on trumpet. He played with Woody Herman's First Herd during World War II, then worked mostly as a studio musician from the 1950s but also playing behind singers such as Ella Fitzgerald, Peggy Lee, Judy Garland or Frank Sinatra. Often he performed together with his younger brother Conte Candoli who also was an acclaimed trumpeter. Obituary: Los Angeles Times.

Stanley Clarke

Bill White befragt den Bassisten Stanley Clarke nach seiner neuesten CD "The Toys of Men", das sich auf seine Fusion-Zeit in der Band Return to Forever bezieht (Seattle Post-Intelligencer). Als er sein erstes Soloalbum einspielte, war er einer von gerade mal fünf Bassisten, die einen Plattenvertrag hatten. Heute gäbe es Tausende Bassisten mit Verträgen. Jimmy Garrison habe wenig Technik beherrscht, aber was er mit den Quinten in Coltranes "A Love Supreme" erzielt habe, habe ihn unglaublich beeindruckt. Die anstehende Return-To-Forever-Reunion wird sich an die Arrangements aus den 70er Jahren halten, diese aber mit frischen Improvisationen füllen. Er plane eine Tour und Platte mit seinen Basskollegen Marcus Miller und Victor Wooten.

Bill White asks the bassist Stanley Clarke about his new CD "The Toys of Men" which musically refers to his fusion time in the band Return to Forever (Seattle Post-Intelligencer). When he recorded his first solo album he was one of just five bassists signed by a record company. Today there are thousands of bassists with a recording contract. Jimmy Garrison didn't have much technique, Clarke remarks, but he is still amazed at what Garrison did with the fifth in Coltrane's "A Love Supreme". The upcoming Return to Forever reunion will make use of the original arrangements from the 1970s but fill these up with fresh improvisations. He plans a tour and recording with his bass colleagues Marcus Miller and Victor Wooten.


15. Januar 2008

Wolfram Knauer in New York

In eigener Sache: Das Jazzinstitut Darmstadt hat für ein paar Monate eine Zweitniederlassung in New York, wo sich Wolfram Knauer, der Autor dieser Zeilen, von Mitte Januar bis Mitte Mai 2008 aufhält. Die Columbia University hat ihn für das erste Halbjahr 2008 zum ersten nicht-amerikanischen "Louis Armstrong Professor of Jazz Studies" ernannt, und in dieser Eigenschaft wird er während dieser Zeit Lehrveranstaltungen zum Thema "Jazz in Europe / European Jazz" anbieten, aber auch Special Events organisieren, etwa einen JazzTalk mit Gunter Hampel, ein Symposium zu unterschiedlichen musikalischen Entwicklung im US-amerikanischen und deutschen Jazz in der jüngsten Generation oder ein Konzert mit DRA, dem Trio des Vibraphonisten Christopher Dell. Von Mitte Januar bis Mitte Mai kommen diese Jazz News also direkt aus New York - meist aus einem Apartment mit direktem Blick auf Harlem.

On our own account: Darmstadt's Jazzinstitut has opened a temporary branch in New York for a couple of months, where Wolfram Knauer will live and work from mid-January till mid-May 2008. Columbia University has appointed him the first non-American "Louis Armstrong Professor of Jazz Studies". In this position he will teach about "Jazz in Europe / European Jazz" during the spring semester 2008, but will also organize special events, such as a JazzTalk with Gunter Hampel, a symposium about the different musical developments in recent American and German jazz, or a concert with DRA, the trio of German vibraphonist Christopher Dell. From mid-January till mid-May, thus, these Jazz News come directly from New York - mostly from an apartment overlooking Harlem.


10. Januar 2008

Javon Jackson

Der Tenorsaxophonist Javon Jackson begann seine Karriere 1987 in Art Blakey's Jazz Messengers, wie Terry Perkins berichtet (St. Louis Post-Dispatch). Als Kind nahmen ihn seine Eltern mit in Clubs, um Jazz zu hören. Er lernte Delfeayo, später Branford Marsalis kennen, der ihn ermutigte, das Berklee College of Music zu besuchen. Bei Blakey lernte Jackson "ein Mann zu sein ... und ein Leader zu sein". Auf seinen jüngsten Platten covert er Musik etwa von Marvin Gaye, James Brown oder Curtis Mayfield, sieht sich aber nach wie vor klar als Jazzmusiker. "Ich brauche nicht die Meinung anderer, um meine Musik zu rechtfertigen. Das ist eine andere Sache, die ich auf dem Weg gelernt habe, angefangen bei meiner Zeit mit Art Blakey."

The tenor saxophonist Javon Jackson started his career in Art Blakey's Jazz Messengers in 1987, as Terry Perkins reports (St. Louis Post-Dispatch). As a kid, his parents had taken them to the clubs to hear jazz. He got to know first Delfeayo, then Branford Marsalis who encouraged him to attend Berklee College of Music. With Blakey Jackson learned "to be a man ... and to be a leader". On recent recordings he covers tunes made popular by Marvin Gaye, James Brown or Curtis Mayfield, but sees himself firmly working within the jazz field. "I don't need anyone else's opinion to justify my music. That's another thing I learned along the way, starting with my time with Art Blakey."


9. Januar 2008

Wynton Marsalis

Der Trompeter Wynton Marsalis wurde vom bekannten Verlag Boosey & Hawkes unter Vertrag genommen, wie die Firma in einer Pressemitteilung berichtet (Boosey & Hawkes). Boosey & Hawkes wird Marsalis' Kompositionen weltweit vertreten. Der Generalmanager des Verlags sagt: "Die Musik von Wynton Marsalis sollte zusammen mit den Meisterwerken von Bartók, Bernstein, Copland, Stravinsky und jenen von Andrew Hill und Charles Mingus weiterleben." Marsalis selbst meint, er fühle sich "neben solch renommierten klassischen und Jazzkomponisten" hoch geehrt. Boosey & Hawkes haben erst 2006 angefangen, sich verstärkt im Jazz zu engagieren und vertreten seither neben ihrem neuen Fang Marsalis Musiker wie David Benoit, Chick Corea, Andrew Hill und Charles Mingus. Sie planen, diese Liste zukünftig noch zu erweitern.

Trumpeter Wynton Marsalis signed with the renowned publisher Boosey & Hawkes, as the company announced in a press release (Boosey & Hawkes). Boosey & Hawkes will represent Marsalis's compositions on a worldwide basis. The publisher's general manager says: "The music of Wynton Marsalis should live alongside the masterworks of Bartók, Bernstein, Copland, Stravinsky, as well as those of Andrew Hill and Charles Mingus." Marsalis says he feels honored "to be in the company of such distinguished classical and jazz composers". Boosey & Hawkes only launched its jazz initiative in 2006 representing musicians such as David Benoit, Chick Corea, Andrew Hill and Charles Mingus along with their new catch Marsalis, and they plan to expand further in that field.


8. Januar 2008

Sigi Busch

Das neueste Projekt des Kontrabassisten Sigi Busch ist eine musikalische Umsetzung von Versen Wilhelm Buschs, wie Marlies Schnaibel berichtet (Märkische Allgemeine). Als er beim Aufräumen sechs Busch-Bände fand, sei er von neuem begeistert vom Rhythmus und der Sprachmelodie der Gedichte gewesen. Er habe Verse ausgewählt, die nicht aus dem bekanntesten Busch-Werk "Max und Moritz" stammen, sondern aus späteren Bänden. Ursprünglich habe Sigi Busch einen anderen Sänger als Ergänzung zum Quartett mit Gitarre, Klavier, Bass und Schlagzeug vorgesehen, sich dann aber dazu entschieden, diese Rolle selbst zu übernehmen. Eine CD-Veröffentlichung der Musik sei geplant.

The German double bassist Sigi Busch's newest project is a musical setting of verses by Wilhelm Busch, the 19th century German satirical poet, as Marlies Schnaibel reports (Märkische Allgemeine). When he found six Busch volumes, he was again fascinated by the poems' innate rhythms and melodies. He selected verses not from the well known "Max und Moritz", but from later, lesser known volumes. Originally Sigi Busch planned to use another singer with the quartet of guitar, piano, bass and drums, but then he decided to fill that role himself. A CD release of the music is planned.


6. Januar 2008

BuJazzO

Vor zwanzig Jahren gab das Bundesjugendjazzorchester auf Einladung des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl sein Debütkonzert, wie Fabian Wahl berichtet (Kölnische Rundschau). Kohl war so begeistert von der Musik, dass er sich sein Lieblingslied "In the Mood" gleich mehrmals wünschte. Um Mitglied des Orchesters zu werden, müssen die jungen Musiker ein Vorspiel absolvieren. Das jährliche Programm sieht zwei Arbeitsphasen und etwa 15 anschließende Konzerte im In- und Ausland vor. Der Arrangeur Peter Herbolzheimer leitete die band bis 2006, seither wechselt die künstlerische Leitung im Halbjahresturnus. Heute ist das BuJazzO ein junges professionelles Ensemble; viele seiner ehemaligen Mitglieder haben sich einen eigenen Namen gemacht, etwa der Trompeter Till Brönner oder der Sänger Roger Cicero.

Twenty years ago the German youth jazz orchestra (Bundesjugendjazzorchester) gave its first concert at the invitation of the German chancellor Helmut Kohl, as Fabian Wahl reports (Kölnische Rundschau). Kohl was so excited about the music that he called for repeated performances of his favorite, Glenn Miller's "In the Mood". To become a member, the young musicians have to audition. The annual program comprises two workshop phases and about 15 concerts in Germany and abroad. Arranger Peter Herbolzheimer was the artistic director until 2006, now the artistic direction changes semi-annually. Today, the BuJazzO is a young professional ensemble; many of its former members have become household names, such as the trumpeter Till Brönner or the singer Roger Cicero.


5. Januar 2008

Earl May (Bass / bass)
(b: 17.Sep.1927, New York; d: 4.Jan.2007, New York)

Der Bassist Earl May starb unerwarteterweise am 4. Januar 2008. Er begann seine Karriere 1949, spielte mit Carmen McRae, Billy Taylor, Coleman Hawkins und anderen. In den 60er Jahren nahm er Unterricht bei Charles Mingus und war in den 70ern der reguläre Bassist im Dizzy Gillespie Quartet. Er nahm außerdem Platten mit John Coltrane, Gene Ammons und Sonny Stitt, Herbie Mann und vielen anderen auf. Nachruf: Jazz Corner.

The bassist Earl May died unexpectedly on January 4th, 2008. He started his career in 1949, playing with Carmen McRae, Billy Taylor, Coleman Hawkins and others. In the 60s he took lessons with Charles Mingus and in the 70s was the regular bassist of the Dizzy Gillespie Quartet. He also recorded with John Coltrane, Gene Ammons and Sonny Stitt, Herbie Mann and many others. Obituary: Jazz Corner.


4. Januar 2008

Nils Petter Molvaer

Der norwegische Trompeter Nils Petter Molvaer finded musikalische Internet-Piraterie und das Kaufverhalten der User nicht lustig, wie er Christian Broecking erzählt (Berliner Zeitung). Kürzlich erfuhr er davon, dass man auf einer russischen Website seine gesamte Musik für gerade mal 2 Dollar runterladen könne. Er habe jede Menge Geld in die aufwendigen Produktionen gesteckt und müsse dafür auch Einnahmen generieren. Molvaer hatte seine ersten Erfolge auf dem Münchner ECM-Label, gründete dann vor vier Jahren sein eigenes Label Sula, um alle Rechte an seiner Musik zu behalten. Auf seiner nächsten CD plant er Weblinks beizugeben, auf denen die Käufer sieben oder acht weitere Stücke ohne zusätzliche Kosten downloaden können. Er meint, der Künstler solle selbst entscheiden können, wann und wie er seine Musik verschenke.

The Norwegian trumpeter Nils Petter Molvaer is not amused by internet music pirates and the buying habits of internet users, as he tells Christian Broecking (Berliner Zeitung). Recently he learned that a Russian website offered all of his music for just 2 Dollars. His recordings take a lot of financial input and he needs to be reimbursed. Molvaer had his first success with the Munich-based label ECM, but founded his own record label Sula four years ago in order to retain all the rights to his music. On his next CD he plans to include a web link for the buyers who are entitled to download seven or eight more further pieces without additional costs. He thinks the artist should decide when and how to give away his music.


3. Januar 2008

Jutta Hipp

Johanna Adorján schreibt über ihre Tante, die sich weigere, sich auf die modernen Technologien einzulassen (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Sie erklärt dann die scheinbaren Vorzüge des Internets am Beispiel ihrer Großtante, niemand anderes als die Jazzpianistin Jutta Hipp , die in den Mitt-50er Jahren in die USA auswanderte. Adorján konnte im World Wide Web leicht Informationen über Hipp finden; ihre Tante schaute dafür in einem alten Tagebuch von Juttas Hipps Mutter nach, das sie in einer vergessenen Schublade gefunden hatte.

Johanna Adorján writes about her aunt who refuses to use modern technology (Frankfurter Allgemeine Zeitung). She then explains the apparent merits of the internet using the example of a grand-aunt of hers who happened to be the German pianist Jutta Hipp who emigrated to the USA in the mid 50s. Adorján could easily unearth information about her the pianist through the World Wide Web whereas her aunt looked up an old diary of Jutta's mother she had found in some forgotten drawer.


2. Januar 2008

Billie Holiday

In unseren Jazz News vom 26. Dezember 2007 fassten wir einen Artikel aus der Los Angeles Times zusammen, in dem über Teile der Sammlung des Jazzkritikers Leonard Feather berichtet wurde, die nach seinem Tod an die University of Idaho gelangten. Dan Morgenstern, Direktor des bekannten Institute of Jazz Studies an der Rutgers University schrieb uns daraufhin, dass Feather zu Lebzeiten viel Material an die IJS gegeben hätte, "etwa einen Brief von Billie [Holiday] aus dem Gefängnis und viele Briefe von Louis Armstrong, darunter einen 13-seitigen, einzeilig mit der Maschine getippt (auf seinem gelben Satchmo-Briefpapier und mit seinem bevorzugten grünen Farbband); aber auch Material zu Ellington, Bill Evans, vielen anderen. Außerdem alle Musikerfragebögen, die er für die ersten beiden Ausgaben der Encyclopedia of Jazz zugeschickt bekam, Hunderte von ihnen, fast alle von den Musikern selbst ausgefüllt, darunter so wertvolle Bögen wie die von Coltrane und Clifford Brown. Auch einige Fotos. Noch vor diesem Geschenk hatte Leonard, als er von NY nach LA zog, dem Institutsgründer Marshall Stearns viele LPs gegeben, einschließlich Testpressungen mit seinen Anmerkungen für den Plattentext, einige 78er Platten, die ihm gewidmet waren (eine darunter von Mezz Mezzrow), und frühe Bänder der Blindfold Tests, einschließlich eines mit Charlie Parker (nur die zweite Hälfte, aber sehr gute Soundqualität). Ich glaube, wir haben großes Schwein gehabt mit Feather!"

In our Jazz News on December 26th, 2007, we summarized an article the Los Angeles Times about items from jazz critic Leonard Feather's collection ending up at the University of Idaho. Dan Morgenstern, director of the renown Institute of Jazz Studies at Rutgers University, wrote us that Feather while he was alive had donated lots of material to the IJS, "such as letter from Billie [Holiday] while in prison, and many letters from Louis Armstrong, among them a 13-page single-spaced typewritten (on his yellow Satchmo stationary, using his favorite green typewriter ribbon) one; others represented are Ellington, Bill Evans, many others. Also, all the musicians' questionnaires for the first two editions of the Encyclopedia of Jazz, hundreds of them, almost all filled out by the musicians themselves and including such prize items as Coltrane and Clifford Brown. Also some photos. Before that gift, when he was moving from NY to LA, Leonard gave Institute founder Marshall Stearns many LPs, including test pressing with his annotations for liner notes, some 78s inscribed to him (one by Mezz Mezzrow!), and early tapes of Blindfold Tests, including one with Charlie Parker (just the second half, but in very good sound). So I think we lucked out with Feather! "


1. Januar 2008

Siegfried Loch, ACT Records

Siegfried Loch war 30 Jahre lang Topmanager in der Popbranche, bevor er das ACT Plattenlabel gründete und sich damit einen lebenslangen Traum erfüllte, nämlich Jazzproduzent zu werden, wie er Thomas Lindemann erzählt (Welt Online). Eigentlich hatte er das Label schon 1962 gründen wollen, dann aber kontaktierte ihn Al Bennett, der Besitzer von Liberty Records, einer Firma, die gerade das (von zwei Exildeutschen gegründete) Blue Note Label aufgekauft hatte. Später arbeitete er als Europachef für Atlantic Records. Niemand verstand seine Entscheidung, diesen Job aufzugeben, um 1992 sein eigenes kleines Jazzlabel zu gründen. Mit ACT sei er unabhängig, könne das produzieren, von dem er wirklich überzeugt sei. Ihm seien Platten von etablierten Künstlern angeboten worden, aber es mache viel mehr Spaß, unbekannte Künstler zu entdecken und aufzubauen. Loch hat großen Respekt vor Manfred Eicher, dem anderen großen deutschen Plattenboss, und seinem ECM-Label. Es gäbe eine Generation junger deutscher Jazzmusiker, die leicht in der europäischen Jazzszene mithalten könnten, Musiker wie etwa der Trompeter Till Brönner oder der Pianist Michael Wollny.

Siegfried Loch was a top manager in pop music for 30 years, then founded the ACT record label, fulfilling a life-long dream: to become a jazz producer, as he tells Thomas Lindemann (Welt Online). He actually had planned to found that label in 1962 but then was contacted by Al Bennett, the owner of Liberty Records, a company which just had acquired the Blue Note label (founded by two expatriate Germans). Later he worked as European boss of Atlantic Records. Nobody understood his decision to quit that job in order to found his own little jazz label in 1992. With ACT he is independent; he only produces music he is convinced of. He was offered to release records by some established artists, but it's more fun to discover unknown artists and give them a chance. Loch has a lot of respect for Manfred Eicher, the other big German record boss, and his ECM label. There is a generation of young jazz musicians in Germany who can easily hold their own in Europe's jazz scene, musicians such as the trumpeter Till Brönner or the pianist Michael Wollny.


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