Die Stadt Darmstadt verleiht seit 1978 alle drei Jahre den Ricarda-Huch-Preis in Erinnerung an die große deutsche Dichterin und Schriftstellerin, die durch Leben und Werk ein fortwirkendes Beispiel für Freiheit und Menschlichkeit, für Solidarität und Völkerfreundschaft, für die Ideale der europäischen Humanität gegeben hat.
Mit dem Preis wird "eine Persönlichkeit aus Kunst oder Literatur, aus Wissenschaft oder Politik ausgezeichnet, deren Wirken in hohem Maße bestimmt ist durch unabhängiges Denken und mutiges Handeln, verbunden mit einem uneingeschränkten Wirken für jene unveräusserlichen humanen, emanzipatorischen und freiheitlichen Grundsätze, die sich aus der europäischen Geschichte herleiten, die Ideale der Humanität und Völkerverständigung als Werte der historisch-kulturellen Identität der europäischen Gesellschaften zu fördern." (Auszüge aus der Satzung)
Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.
"Mit Sibylle Lewitscharoff ehrt die Stadt Darmstadt eine bodenständige Erzählerin von himmelweitem Horizont, die die ältesten Themen der Literatur und die modernen Traditionen des Romans zu einer kraftvollen neuen Synthese führt. In Romanen wie "Pong" (1998), "Consummatus" (2006), "Apostoloff" (2009) und in ihrem jüngsten Werk, "Blumenberg", erweist sich Sibylle Lewitscharoff als eine der hintergründigsten, erfinderischsten und wortgewaltigsten Charakterdarsteller der jüngeren deutschen Literatur." So die Begründung der Jury.
Sibylle Lewitscharoff, 1954 in Stuttgart geboren, lebt in Berlin. Für ‚Pong’ erhielt sie 1998 den Ingeborg-Bachmann-Preis. 2007 wurde sie mit dem Preis der Literaturhäuser ausgezeichnet, 2008 mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis. 2009 erhielt sie den Preis der Leipziger Buchmesse für ‚Apostoloff’.
Der Darmstädter Jury für den Ricarda-Huch-Preis 2011 gehörten an: Oberbürgermeister a.D. Walter Hoffmann als Jury-Vorsitzender, Stadtverordnete Hildegard Förster-Heldmann als Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft, Stadtverordnete Irene Jost-Göckel als stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses, Felicitas von Lovenberg (unabhängige Literaturkritikerin) Richard Kämmerlings (unabhängiger Literaturkritiker), Daniela Wagner (MdB) und Brigitte Zypries (MdB).
Reden zur Preisverleihung am 3. Oktober 2011 (pdf Dateien zum Herunterladen jeweils ca 64 KB)
1978 Friedrich Luft
1981 Marcel Reich-Ranicki
1984 Siegfried Unseld
1987 Herta Müller
1990 Martin Walser
1993 Adolf Muschg
1996 Alexander Kluge
1999 Ignatz Bubis (postum)
2002 Frantisek Cerny
2005 Orhan Pamuk
2008 Hanna Krall
2011 Sibylle Lewitscharoff